Erste Corona-Impfungen in Hamburger Hausarztpraxen

Stand: 07.04.2021 17:47 Uhr

Die Hamburger Hausärztinnen und -ärzte haben am Mittwoch mit den Corona-Schutzimpfungen begonnen.

Als eine der ersten Patientinnen bekam Gerda Breidenbach ihre Spritze in einer Praxis in Hamburg-Volksdorf. Die 96-Jährige sei nicht mehr in der Lage, mit dem Taxi ins Impfzentrum in den Messehallen zu fahren, sagte der Allgemeinmediziner Björn Parey, der auch stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KVHH) ist. Parey berichtete, die älteren Menschen seien sehr impfwillig. Fast alle, die die Mitarbeiter seiner Praxis angerufen hätten, seien sofort zum Impfen bereit gewesen.

Start mit rund 20.000 Impfdosen in Hamburgs Arztpraxen

Etwa 20.000 Impfdosen sollten an die Praxen ausgeliefert werden, etwa zwei Drittel der rund 1.200 Hamburger Hausärzte hatten bestellt. Die Lieferung sei am Mittwoch vollständig eingetroffen, erklärte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich. Bundesweit wurden für diese Woche 940.000 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer erwartet. Die Hausärzte sollen in den nächsten Wochen auch mit dem Impfstoff von AstraZeneca beliefert werden. Trotz sehr seltener Fälle von Hirnthrombosen empfahl die EU-Arzneimittelbehörde EMA uneingeschränkt die Anwendung dieses Impfstoffes. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA am Mittwoch. In Hamburg sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung noch keine derartigen Komplikationen aufgetreten.

Ärzte benachrichtigen Patienten

Der Vorstandsvorsitzende der KVHH, Walter Plassmann, hatte am Dienstag an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, sich nicht von sich aus in den Praxen zu melden. Die Ärztinnen und Ärzte würden ihre Patientinnen und Patienten benachrichtigen. Andernfalls drohten die Praxen lahmgelegt zu werden.

Die Ärztinnen und Ärzte sollen sich beim Impfen zwar grundsätzlich an die staatlich festgelegte Reihenfolge halten. Aber sie sollen die Verordung großzügig auslegen, wie Plassmann erklärte. Schließlich wüssten sie am Besten, wer von ihren Patientinnen und Patienten besonders dringend geimpft werden muss. Die Impfpriorisierung sieht vor, dass zurzeit hauptsächlich Menschen über 75 Jahren geimpft werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.04.2021 | 19:30 Uhr

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