Stand: 29.07.2020 18:50 Uhr

Demo für Wiederzulassung der Prostitution auf St. Pauli

Sexarbeiterinnen demonstrieren in der Herbertstraße auf dem Hamburger Kiez gegen ein Arbeitsverbot. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt
Rund 80 Prostituierte zogen von der Herbertstraße bis zur Davidwache, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

Unter dem Motto "Herr Tschentscher, wir müssen reden" haben Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber am Dienstagabend auf St. Pauli erneut für eine Wiederzulassung der Prostitution demonstriert. "Lieber legal und kontrolliert - als illegal und unkontrolliert", lautete eine Forderung. Die Demonstrierenden appellierten an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), das Prostitutionsgewerbe wie bereits andere körpernahe Dienstleistungen nach monatelanger Corona-Pause wieder zuzulassen.

Zu der Kundgebung hatte die Gruppe "Sexy Aufstand Reeperbahn" aufgerufen. Rund 80 maskierte Prostituierte zogen zu lauter Rockmusik von der Herbertstraße bis vor die Davidwache. Begleitet wurden sie von Hunderten Schaulustigen.

Bezirksamtsleiter Droßmann macht Hoffnung

Die Sexarbeiterinnen wollen nach der langen Zwangspause durch die Corona-Pandemie wieder arbeiten dürfen - mit einem entsprechenden Hygienekonzept. Unterstützt wurden die Demonstrierenden vom Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann (SPD). Er stellte Lockerungen in Aussicht: "Dieser Protest, den die Damen hier gemacht haben - wohlgemerkt bei der Stadt angemeldete und steuerzahlende und sozialversicherungspflichtige Damen - hat gefruchtet. Tatsächlich beabsichtigt die Gesundheitsbehörde, in Absprache mit unseren Nachbarländern, zum 1. September die Prostitution in Prostitutionsstätten wieder zu erlauben, wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben." Bei der Kundgebung hieß es, viele Prostituierte seien durch die Corona-Pause bereits in die Illegalität abgerutscht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.07.2020 | 07:00 Uhr

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