Corona und Rekordzahl: Wie Hamburg ins neue Schuljahr startet

Stand: 03.08.2021 20:32 Uhr

Mit mehr Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehren, mehr Schulen sowie umfangreichen Schutzvorkehrungen startet Hamburg am Donnerstag ins neue Schuljahr - zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie. Trotz steigender Inzidenz könne man ohne Wechsel- oder Distanzunterricht beginnen, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag.

Der Senator sprach in der Landespressekonferenz von einem "Fünf-Stufen-Sicherheitskonzept", das ermögliche, dass alle Hamburger Schulen ihre Türen wieder öffnen:

  • Die Schulbeschäftigten sind zum großen Teil geimpft - etwa 80 Prozent.
  • Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich zwei mal pro Woche testen.
  • In den Schulgebäuden müssen medizinische Masken getragen werden.
  • Die Unterrichtsräume werden alle 20 Minuten für fünf Minuten gelüftet.
  • Bis zu den Herbstferien sollen mobile Lüftungsgeräte in nahezu allen 12.000 Klassenräumen stehen.

CDU: Luftfilter kommen zu spät

Andere Bundesländer hätten zwar früher für Schulen Lüftungsgeräte geordert, "aber nur für einzelne Räume", sagte Rabe im Hamburg Journal. Aber flächendeckend für alle Klassenräume habe Hamburg die Geräte als erstes bestellt. "Wir sind hier weit vorne", so der Senator. Kritik kommt von der Opposition: Die Entscheidung für Luftfilter komme zu spät, heißt es von der CDU. Jetzt müssten sie schleunigst installiert werden. Die Linke ist skeptisch. Niemand wisse, was passiert, wenn sich die Corona-Lage verschlechtert.

Mobile Impfteams höchstens an Berufsschulen

Mobile Impfteams an Schulen, wie es sie beispielsweise in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gibt, werde es in Hamburg nur an Berufsschulen geben, sagte Rabe. "Denn dort sind ältere Schülerinnen und Schüler".

Rekordzahl an Schülern

Laut Schulbehörde ist die Zahl der Grundschülerinnen und Grundschüler in diesem Jahr um 600 gestiegen. Es handele sich um ein "organisches Wachstum, das bei den Kleinsten beginnt und sich nach oben fortsetzt", sagte Rabe. Insgesamt würden mehr Schülerinnen und Schüler in Hamburg die Schulbank drücken. "Wir rechnen mit knapp 257.000. Das ist ein neuer Höchststand."

Neue Stellen

Der steigenden Schülerzahl werde mit 510 zusätzlichen pädagogischen Stellen Rechnung getragen. Zumeist handele es sich dabei um Lehrerinnen und Lehrer. Erstmals sollen die Unterrichtenden zudem mit Dienst-Tablets ausgestattet werden. 20.000 Geräte seien bestellt worden.

Fünf neue Schulen

Mit dem neuen Schuljahr gehen auch fünf neue Schulen an den Start, darunter drei Grundschulen in der HafenCity, in Harburg und in Bramfeld. Zudem nimmt das neue Gymnasium Rotherbaum erstmals Schülerinnen und Schüler auf und die Stadtteilschule Campus HafenCity startet mit einem Stadtteilschul- und einem Gymnasialzweig. Dem steht jedoch die Schließung zweier katholischer Grundschulen in St. Georg und Ottensen entgegen. Die Gesamtzahl der Schulen steigt dennoch auf 473 - 376 staatliche und 97 private.

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Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.08.2021 | 15:00 Uhr

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