Ein Coronaschnelltest liegt auf Unterlagen. © NDR

Corona-Tests: So läuft's in Hamburgs Betrieben

Stand: 08.04.2021 13:17 Uhr

Hamburgs Unternehmen sollen regelmäßig Corona-Tests durchführen. Deren Beschaffung läuft aber schleppend. Ausreichend staatlich zertifizierte Tests zu bekommen sei derzeit schwierig, heißt es zum Beispiel von der Handwerkskammer.

Besonders bei den sogenannten körpernahen Dienstleistungen gebe es damit Probleme, nachdem seit dieser Woche etwa für einen Friseurbesuch ein negativer Corona-Test nötig ist. Die Betriebe machen es deshalb zum Teil auch so, dass Kundinnen und Kunden selbst einen Test mitbringen - und diesen vor dem Salon durchführen können.

Auch die Hamburger Sozialbehörde räumt ein, dass es aufgrund der großen Nachfrage Lieferverzögerungen geben könne. Insgesamt ist die Lage demnach aber so, dass zumindest jedes Unternehmen sich kümmern und Tests bestellen kann - die dann auch kommen.

Beschaffung geht ins Geld

Das kostet Geld: Rund 7.000 Euro hat zum Beispiel die Cuspidus Zahntechnik GmbH aus Altona bisher für Schnelltests ausgegeben. 18 Beschäftigte machen demnach sogar täglich einen Spucktest. Ein Corona-Fall mit anschließender Quarantäne wäre aber teurer, sagte Geschäftsführer Stephan Marzok im Gespräch mit NDR 90,3.

Nordmetall-Umfrage: Großteil bietet Tests an

Regelmäßig getestet wird auch in größeren Unternehmen, wie zum Beispiel in den Verteilzentren der Post. Kontrolliert wird bisher nicht, denn noch sind Corona-Tests in Unternehmen freiwillig. Eine Pflicht solche Tests anzubieten, lehnt unter anderem der Arbeitgeberverband Nordmetall ab. Bereits jetzt bietet ein Großteil der Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer Belegschaft freiwillig Schnelltests an, wie aus einer Umfrage von Nordmetall bei mehr als 200 Firmen hervorgeht.

Forderung: Bund soll sich beteiligen

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In Hamburg sind das 45 Prozent der befragten Unternehmen, weitere 24 Prozent testen, sobald es einen Corona-Verdacht gibt. Nur ein kleiner Teil lehnt Tests komplett ab. Die Verfügbarkeit und die Kosten seien die beiden größten Faktoren, die derzeit noch dagegen sprächen. Nordmetall rechnet vor, dass jeder Test die Branche 16 Euro kostet - neben der reinen Anschaffung gehe eben auch Arbeitszeit verloren. Insgesamt kommen so jeden Monat mehrere Millionen Euro zusammen - und an denen solle sich der Bund beteiligen, so die Forderung. Die Tests zu organisieren und deren Ergebnisse festzuhalten stellt nach Branchenangaben vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor große Herausforderungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.04.2021 | 14:00 Uhr

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