Eine Schutzmaske fliegt über Menschensilhouetten. (Symbolbild) © photocase.de/panthermedia Foto: Christoph Thorman,  Gemini13

Corona: Hamburger Senat lockert 2G-Modell

Stand: 21.09.2021 19:01 Uhr

Der Hamburger Senat lockert zum kommenden Wochenende einige Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene. Die Maskenpflicht entfällt unter 2G.

In den Hamburger Clubs, die die 2G-Option nutzen, dürfen Geimpfte und Genesene ab Sonnabend wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Eindämmungsverordnung, in der die Maskenpflicht und die Kapazitätsgrenzen unter 2G-Bedingungen wegfallen, sei derzeit in Arbeit und werde rechtzeitig zum Sonnabend, 0 Uhr, in Kraft treten.

Bei 2G dürfen Stadien voll besetzt werden

In Hamburg dürfen dann auch Fußballstadien wieder bis zum letzten Platz besetzt werden, wenn 2G-Bedingungen gelten - also nur geimpfte und genesene Personen reingelassen werden. Beim FC St. Pauli fand die 2G-Regel bereits am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen Ingolstadt Anwendung. Das Stadion durfte zu 50 Prozent ausgelastet werden. Beim kommenden Heimspiel gegen Dynamo Dresden könnten wieder alle Plätze besetzt sein. Vereinspräsident Oke Göttlich sagte jedoch, der FC St. Pauli wolle die neuen Möglichkeiten nur schrittweise nutzen. Beim Hamburger SV gilt bislang die 3G-Regel. Das soll auch beim Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg so bleiben. Eine Umstellung sei so kurzfristig nicht möglich, hieß es. Der Vorverkauf für die Partie hatte bereits unter 3G-Bedingungen begonnen.

Übergangsregel für Kinder und Jugendliche verlängert

Noch mal verlängert wird die Übergangsregel für Kinder und Jugendliche: Sie dürfen "bis auf weiteres" weiterhin ungeimpft an 2G-Veranstaltungen teilnehmen. Besucher und Besucherinnen müssen weiterhin ihre Kontaktdaten hinterlassen und Veranstaltungen brauchen ein Hygienekonzept.

Fast 800 Hamburger Betriebe und knapp 600 Veranstaltungen sind inzwischen für 2G angemeldet. Es bleibt aber nur eine Option. Die neue Verordnung soll bis zum 23. Oktober gelten.

2G-Optionsmodell seit Ende August in Hamburg

Hamburg hatte das 2G-Optionsmodell Ende August als erstes Bundesland eingeführt. Demnach können Betreiberinnen und Betreiber selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene reinlassen, die dann von vielen Corona-Beschränkungen befreit sind.

Reaktionen der Parteien

Die Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen begrüßten die Lockerungen. "Das Risiko, geimpft an Corona zu erkranken, ist deutlich geringer als bei einer ungeimpften Person", sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. "Deshalb ist es folgerichtig, dass wir in Hamburg die Regeln dort aufheben, wo nur Geimpfte und Genesene zusammenkommen." Grünen-Fraktionschefin Jennifer Jasberg lehnte eine völlige Freigabe aller Corona-Beschränkungen wie etwa in Dänemark ab. "Wir kehren mit Augenmaß in einen ausgelassenen Alltag zurück, in dem es sich wieder feiern lässt."

Zustimmung kommt auch von der CDU. Der Fraktionsvorsitzende Dennis Thering teilte mit: "Es ist folgerichtig, dass weiterhin stufenweise innerhalb der 2G Regelung gelockert wird und dementsprechend die Maskenpflicht unter 2G fällt. Das ist ein wichtiger Schritt zurück zur Normalität." Die Hamburger AfD konstatiert dagegen eine "Spaltung der Gesellschaft".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.09.2021 | 14:00 Uhr

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