AstraZeneca-Impftermine: Hamburg will Ersatz anbieten

Stand: 16.03.2021 12:28 Uhr

Auch Hamburg hat bis auf Weiteres Corona-Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca gestoppt. Die Gesundheitsbehörde will die ab Mittwoch abgemachten Termine dennoch einhalten.

"Wir hatten für die kommenden Wochen 23.000 Impfungen mit AstraZeneca geplant und dafür Termine vereinbart", sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstagmorgen NDR Info. Sie hoffe, schon ab Mittwoch alle diejenigen mit einem anderen Impfstoff impfen zu können, die bereits einen Termin in der Hansestadt haben. Betroffene würden dann die Mittel der Hersteller Biontech oder Moderna erhalten, teilte ihre Behörde kurz darauf mit. "Wer einen Impftermin hat, soll sich zum angegebenen Termin mit der Bestätigung im Impfzentrum einfinden." Menschen, die am Dienstag hätten geimpft werden sollen, würden kontaktiert und kurzfristig einen Ersatztermin erhalten.

Keine neuen Impftermine für unter 80-Jährige

Wegen der knappen Verfügbarkeit der Impfstoffe sei es nun nicht mehr möglich, neue Termine zu vergeben - "unabhängig von der Berechtigung oder Dringlichkeit", so die Behörde. Ausgenommen seien nur über 80-Jährige, die der Gruppe mit höchster Priorisierung angehören und für die unter der Telefonnummer 116 117 auch weiterhin Termine in begrenztem Umfang zur Verfügung gestellt würden.

Zunächst keine mobilen Impfungen mehr

Um die vereinbarten Termine doch halten zu können, sollen die zurückgestellten Reserven von Biontech und Moderna genutzt und die Zeitabstände zwischen den zwei Impfdosen ausgeschöpft werden. "Weil zunächst nur noch auf Impfstoffe zurückgegriffen werden kann, deren Transportfähigkeit eingeschränkt ist, müssen die mobilen Impfangebote überwiegend verschoben werden", teilte die Behörde mit. Die Impfungen würden deshalb zunächst im Impfzentrum durchgeführt.

Behördensprecher Martin Helfrich sagte, in dieser Woche würden 9.600 Moderna-Dosen in der Stadt erwartet. In der übernächsten Woche dann 14.000 - mehr als bisher insgesamt nach Hamburg geliefert wurden. Bislang war das Mittel von Moderna vor allem an die Krankenhäuser zur Impfung des medizinischen Personals gegangen. Biontech hat für die letzten März-Wochen jeweils 23.400 Impfdosen avisiert.

Melanie Leonhard (SPD) spricht in der Hamburgischen Bürgerschaft. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
AUDIO: Leonhard: AstraZeneca-Aussetzung verlangsamt das Impf-Tempo (5 Min)

Wie mit Menschen mit besonderen Erkrankungen, die in Hamburg bereits in den Facharztpraxen geimpft werden sollen, verfahren wird, werde noch geprüft. Auch für sie war vor allem der Impfstoff von AstraZeneca vorgesehen. "Nunmehr wird auch hier die Verwendung der alternativen zur Verfügung stehenden Impfstoffe geprüft." Infrage komme das Moderna-Mittel, von dem in dieser und der übernächsten Woche erstmals größere Liefermengen von jeweils rund 10.000 Dosen in Hamburg erwartet würden.

Zweitimpfungen mit AstraZeneca ausgesetzt

Wer eine Erstimpfung mit AstraZeneca hat, werde erstmal keine Zweitimpfung mit dem Impfstoff bekommen, so Leonhard. Hamburg folge damit den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts, sagte die Senatorin. Es sei aber in den letzten Wochen deutlich geworden, dass schon die erste Impfung mit AstraZeneca einen guten Schutz biete, mindestens vor schweren Krankheitsverläufen.

Mehr als 45.000 Erstimpfungen mit AstraZeneca

In Hamburg gab es nach Angaben der Sozialbehörde bis einschließlich 14. März rund 45.400 Erstimpfungen mit AstraZeneca, Zweitimpfungen fanden demnach bisher keine statt.

Die Bundesregierung hatte am Montag die Verwendung des Impfstoffs aufgrund einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts ausgesetzt. Hintergrund sind Berichte über Nebenwirkungen. Unter anderem gab es Meldungen über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.03.2021 | 09:00 Uhr

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