Stand: 03.08.2017 17:27 Uhr

Zivilcourage: "Helden von Barmbek" geehrt

Sieben Männer sind am Mittwochnachmittag für ihr mutiges Eingreifen bei der Messerattacke in Hamburg-Barmbek geehrt worden. Im Hamburger Polizeipräsidium erhielten sie den Ian-Karan-Preis für Zivilcourage. Sie hatten am vergangenen Freitag den mutmaßlichen Täter auf dessen Flucht verfolgt. Dadurch, dass sie den 26-Jährigen mit Stühlen, Stangen und Steinen bewarfen, ermöglichten sie seine spätere Festnahme. Zunächst war von sechs Männern die Rede gewesen, im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei aber noch einen siebten Helfer ausfindig gemacht.

"Echte Barmbeker Jungs"

Polizeipräsident Ralf Martin Meyer bezeichnete die sieben Männer als "Helden" und als "echte Barmbeker Jungs". Es wären vermutlich mehr Menschen gestorben, wenn sie nicht so beherzt eingegriffen hätten, so Meyer bei der Preisverleihung. Lebensrettend und "unheimlich mutig" sei es gewesen, was die Geehrten geleistet hätten, um den Angreifer zu stoppen. Einer der sieben ist Ömer Ünlü, der den Angreifer mit einer Eisenstange außer Gefecht gesetzt hatte. Im Anschluss an die Festnahme sei er froh gewesen, wie gut sie es hinbekommen hätten, den Täter früh zu stoppen, sagte Ünlü.

Zu der Zeremonie im Polizeipräsidium waren mehrere der Männer mit ihren Kindern und Familienangehörigen gekommen. Einigen war die emotionale Belastung der vergangenen Tage noch deutlich anzusehen.

500 Euro Preisgeld pro Person

Namensgeber und Stifter des vom Polizeiverein Hamburg ins Leben gerufenen Preises ist der ehemalige Wirtschaftssenator Ian Karan. Die Auszeichnung ist insgesamt mit 500 Euro pro Person dotiert. Der ausreisepflichtige Verdächtige hatte am Freitag einen 50-Jährigen in einem Supermarkt getötet und mehrere Menschen verletzt.

Bundesanwaltschaft ermittelt

Die Ermittlungen hat "wegen der besonderen Bedeutung des Falles" die Bundesstaatsanwaltschaft übernommen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler liegt ein radikal-islamischer Hintergrund nahe. Polizei und Staatsanwaltschaft versuchen nun, Motiv und Hintergründe der Tat aufzuklären.

Messerattacke im Supermarkt

Weitere Informationen

Messerangriff: Abschiebefrist knapp versäumt

Der Messerangreifer von Hamburg-Barmbek hätte vor über zwei Jahren nach Norwegen zurückgeschickt werden können. Offenbar wurde eine Frist um nur einen Tag versäumt. (01.08.2017) mehr

Attacke in Barmbek: Bundesanwalt übernimmt

Nach der tödlichen Messerattacke in Hamburg hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Ein islamistischer Hintergund liegt demnach nahe. Viele weitere Fragen sind noch offen. mehr

Messerattacke: Diskussion um Abschiebepraxis

Nach der Messerattacke in Hamburg-Barmbek steht die Abschiebepraxis bei abgelehnten Asylbewerbern in der Kritik. Gegen den mutmaßlichen Täter ist derweil Haftbefehl erlassen worden. (31.07.2017) mehr

Stolz auf Hamburgs mutige Helden

Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt legen Menschen Blumen vor dem Tatort nieder. Auch Jamel Chraiet ist in der Nähe - er und andere hatten den Angreifer verfolgt. (30.07.2017) mehr


03.08.2017 17:25 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages ist uns ein Fehler unterlaufen. Ian Karan wurde als ehemaliger Wissenschaftssenator tituliert, er war aber Wirtschaftssenator. Die Redaktion bittet für diesen Fehler um Entschuldigung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.08.2017 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:53
Hamburg Journal

Auf Weltreise in 46 Ländern

25.05.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:49
Hamburg Journal

Japanisches Kirschblütenfest startet

25.05.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:12
Hamburg Journal

Rocker Radau im Schanzenzelt

25.05.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal