Stand: 10.01.2019 06:28 Uhr

Zahl der Baugenehmigungen sinkt deutlich

Trotz des Wohnungsmangels in Hamburg ist die Anzahl der genehmigten Neubau-Wohnungen 2018 erstmals seit Jahren deutlich zurückgegangen. Statt 13.400 wie im Jahr davor waren es nur noch 11.243 - das bedeutet ein Minus von 16 Prozent. Trotzdem erfüllt der Hamburger Senat sein selbst gesetztes Ziel von 10.000 Baugenehmigungen pro Jahr.

Senatorin lobt "sehr gute Zahl"

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Trotz des Rückgangs der Baugenehmigungen spricht Senatorin Stapelfeldt von einem "sehr guten Erfolg für das Bündnis fürs Wohnen".

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) kommentierte den Rückgang nicht, sondern sprach von einer "wieder sehr guten Zahl". Das Bündnis fürs Wohnen mit der Bauwirtschaft übertreffe ja die Zielzahlen um zehn Prozent, meinte die Senatorin. Das sei harte Arbeit für alle Beteiligten. In dem Bündnis verpflichten sich Bauwirtschaft, Bezirksämter und Senat, jährlich 10.000 neue Wohnungen zu genehmigen.

Zwei Bezirke schaffen Soll nicht

Zwei Hamburger Bezirke erreichten 2018 allerdings nicht ihre Sollzahlen: Altona fehlen 100 Baugenehmigungen, Hamburg-Mitte schaffte statt versprochener 1.400 Stück nur 1.078. Beide Bezirke waren früher Spitze im Wohnungsbau, nun gehen ihnen die Grundstücke aus. Dagegen übertreffen Wandsbek, Eimsbüttel und Harburg ihr Soll deutlich.

Wohnungswirtschaft sieht "Alarmsignal"

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VNW-Direktor Breitner. "Eine Baugenehmigung ist noch keine neue Wohnung."

Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) sieht den Rückgang um 16 Prozent als Alarmsignal. Überall fehlten bezahlbare Grundstücke. VNW-Direktor Andreas Breitner warnte zudem, dass eine Baugenehmigung noch keine neue Wohnung sei. "Angesichts der rasant steigenden Baupreise und der Sonderwünsche so manches Bezirkspolitikers gilt es darauf zu achten, dass am Ende die Projekte bezahlbar bleiben und auch umgesetzt werden." Tatsächlich werden immer mehr Baugenehmigungen nicht genutzt.

Breitner kritisiert zudem zu viel Bürokratie. In Hamburg-Mitte und Eimsbüttel müssten Bauherren durchschnittlich ein halbes Jahr auf die Genehmigung warten. Senatorin Stapelfeldt erklärte dagegen, es sei gelungen, die vereinbarten ein bis drei Monate Bearbeitungszeit nach Einreichung aller Unterlagen einzuhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2019 | 06:00 Uhr

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