Wollte Mutter ihre Tochter töten? Prozessstart in Hamburg

Stand: 02.08.2021 17:18 Uhr

Eine 36-jährige Krankenschwester muss sich vor dem Hamburger Landgericht verantworten. In dem Prozess geht es seit Montag um ihre schwer verletzte vierjährige Tochter. Das Landgericht verhandelt den Vorwurf des versuchten Mordes.

Wollte die Intensivkrankenschwester ihr eigenes Kind töten? Diese Frage sollen die Richter am Hamburger Landgericht klären. Der 36-jährigen Mutter werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die dreifache Mutter aus Farmsen-Berne war mit dem vier Jahre alten Mädchen Ende vorigen Jahres ins Kinderkrankenhaus Wilhelmstift gekommen. Die Kleine sei vom Sofa gefallen: Verdacht auf Schädelprellung.

Einsatz von Beruhigungsmitteln

Laut Anklage soll die Frau dem Kind im Krankenhaus Schlaf- und Beruhigungsmittel verabreicht haben und zwar in einer Dosis, die für das Mädchen hätte tödlich sein können. Als sich der Zustand des Kindes verschlechterte, wurde es in die Kinderklinik des UKE verlegt. Dort soll die Frau dem Kind erneut eine hohe Dosis Beruhigungsmittel gegeben haben. Es kam zum Atemstillstand und das Mädchen befand sich in Lebensgefahr.

Rätsel um das mögliche Motiv

Als die Ärzte in Urin- und Blutproben Rückstände der Medikamente fanden, erstatteten sie Strafanzeige. Die Anklage geht von Heimtücke aus, weil das Kind seiner Mutter vertraute. Warum es zu der Tat kam? Das ist derzeit noch unklar. Die Staatsanwaltschaft hat keine Hinweise auf eine psychische Erkrankung der Frau und hält sie für voll schuldfähig. Die 36-Jährige äußerte sich am Montag nur zu persönlichen Dingen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der vierjährigen Tochter geht es inzwischen wieder gut.

Bis zum 6. Dezember sind 22 Verhandlungstage geplant.

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Die Notaufnahme des Kinder-UKE am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). © picture alliance/dpa | Bodo Marks Foto: Bodo Marks

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.08.2021 | 17:00 Uhr

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