Stand: 24.07.2020 15:18 Uhr

Wohnungen neben Oberleitungen in Hamburg möglich

Hamburg will weiter Wohnungen neben Bahn-Oberleitungen genehmigen. Nur für eine geplante Schule am Lohsepark in der Hafencity machen die Behörden aus Sorge vor elektromagnetischer Strahlung eine Ausnahme. Im Februar hatten Stadtentwicklungs- und Umweltbehörde den Bau von 200 Wohnungen in der Hafencity gestoppt, weil die zu nah an einer Oberleitung über Bahngleisen liegen würden. Davon hätten 120 Sozialwohnungen sein sollen.

Vorsorgeabstand von 45 Metern für Wohnungen

Die Begründung der Behörden: Die Wohnungen und eine dort ebenfalls geplante Schule für 1.400 Schülerinnen und Schüler sollten dichter als 45 Meter an Bahn-Oberleitungen liegen. Zu nah. Die Baubehörde meinte, man schaffe fürs Wohnen einen Vorsorgeabstand von 45 Metern. Das Magnetfeld sei dann nur ein Tausendstel mal so stark wie der gesetzliche Grenzwert. Hamburg gehe auf Nummer sicher.

Das Problem: Sollte diese Regel in der ganzen Stadt so streng ausgelegt werden, könnte Hamburg etwa in der Mitte-Altona, an der Güterumgehungsbahn oder in Harburg deutlich weniger Wohnungen bauen als geplant.

Tausende Hamburger wohnen dicht an Oberleitungen

Nun erklärt die Stadtentwicklungsbehörde NDR 90,3, die 45 Meter Abstand der Hafencity seien "eine Einzelfallentscheidung mit Blick auf die geplante große Schule". Man wolle Kinder keiner theoretischen Krebsgefahr aussetzen.

Doch Kinder sind nur kurz in der Schule, Anwohnerinnen und Anwohner leben dort dauerhaft. Wie gefährdert sind also Tausende Hamburgerinnen und Hamburger, die dicht an Oberleitungen wohnen? Dazu heißt es nur: Die Strahlenschutzkommisssion legt nahe, dass für Menschen keine Gesundheitsgefahr an Oberleitungen bestehe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.07.2020 | 12:00 Uhr

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