Winterfahrplan: HVV weitet sein Angebot aus

Stand: 04.12.2020 08:17 Uhr

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) baut mit dem Winterfahrplan sein Angebot aus. Die Fahrgäste können ab dem 13. Dezember mit 200 Verbesserungen bei Bussen und Schnellbahnen rechnen.

Den größten Nutzen haben die bisherigen Stiefkinder im HVV, die Kunden zwischen Harburg, Neugraben und Stade. Jahrelang drängten sie sich in übervollen S-Bahnen - ab Mitte des Monats endet die S31 nicht mehr in Harburg, sondern in Neugraben, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Donnerstag sagte. Es gebe "20 Prozent mehr Leistung insbesondere zwischen Harburg und Neugraben, weil die S31 dort jetzt unter der Woche zusammen mit der S3 werktags - montags bis samstags - im Fünf-Minuten-Takt fährt." Und es gibt Zusatzfahrten nach Stade.

Die U1 fährt nachts an Wochenenden nun bis Großhansdorf - alle 40 Minuten. Und die U3 fährt morgens häufiger. Damit wird der zweieinhalb Minuten Takt um eine halbe Stunde ausgeweitet.

Neue Buslinien bedienen Stadtrand

Die Expressbusse halten an weniger Haltestellen und sollen so schnell durchkommen wie die Autos. Einige Linien werden auch verlängert. Neue Buslinien bedienen vor allem den Stadtrand, wie Tjarks betonte: "Wir wollen, dass Menschen, die nicht im Zentrum wohnen, besser an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Das ist, das kann ich als gebürtiger Jenfelder sagen, eines der zentralen Ziele unserer Politik." Knapp die Hälfte der 200 HVV-Verbesserungen betrifft Buslinien im Hamburger Umland, etwa eine Buslinie von Uetersen nach Tornesch. Einen Überblick über alle Änderungen bietet der HVV auf seiner Internetseite.

Noch eines wird zum 13. Dezember besser: Die Regionalzüge zwischen Lübeck und dem Hamburger Hauptbahnhof rollen werkstag alle 30 Minuten.

Wegen Corona deutlich weniger Fahrgäste

Das Angebot wird ausgeweitet, obwohl es wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger Fahrgäste im Öffentlichen Nahverkehr gibt. Laut HVV liegt die Zahl derzeit bei etwa 55 Prozent der Vor-Corona-Zeit. Aber Verkehrssenator Tjarks rechtfertigte die Ausgaben für die Ausweitung des Angebots: "Die Finanzierung ist natürlich eine Herausforderung. Gleichzeitig ist es aber auch so: Wir planen ein Klimaschutzprogramm, das über die nächsten 10 bis 20 Jahre hinausreicht. Das heißt eben auch, dass man so etwas nicht wegen Corona stoppen kann."


04.12.2020 08:21 Uhr

Anmerkung der Readaktion: In einer früheren Version des Artikels haben wir von einem Rückgang der Fahrgäste um 60 Prozent berichtet. Der HVV spricht aber von einem Minus von 40 bis 45 Prozent. Wir haben die Zahl korrigiert.

 

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