Stand: 07.10.2019 17:54 Uhr  - NDR 90,3

Wilhelmsburg: Neue B75 für Verkehr freigegeben

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Die verlegte Wilhelmsburger Reichsstraße, die nun B75 heißt, ist für den Verkehr freigegeben worden.

Am Rande der neuen B75 in Hamburg-Wilhelmsburg hat es am Montagmorgen noch eingige Staus gegeben. Viele Autofahrer fanden sich dort noch nicht zurecht, wie NDR 90,3 berichtete.

Am Sonntagnachmittag war die Strecke - früher als geplant - für den Verkehr freigegeben worden. Hamburgs Verkehrskoordinator Christian Merl hatte NDR 90,3 dazu gesagt: "Der Verkehr läuft seit 15.30 Uhr." Die Autos sollten den ursprünglichen Plänen zufolge eigentlich erst heute ab 5 Uhr auf der verlegten Wilhelmsburger Reichsstraße rollen. Doch die letzten notwendigen Bauarbeiten gingen schneller voran als geplant.

Der rund 4,6 Kilometer lange neue Abschnitt, der jetzt offiziell Bundesstraße 75 heißt, war schon am Mittwoch eingeweiht worden. Etwa 60.000 Fahrzeuge täglich werden die neugebaute vierspurige Verkehrsader nutzen. Bis zum Sonntagnachmittag blieb die neue Straße noch gesperrt, um sie an das bestehende Straßennetz anzuschließen.

Platz für Wohnraum auf alter Trasse

Die Bauarbeiten dauerten sechs Jahre. Mehr als 300 Millionen Euro wurden in die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße investiert. Deutlich mehr als beim Projektstart geschätzt. Das gab der Hamburger Senat auf Anfrage der Linken bekannt. Vor zehn Jahren wurde mit Baukosten in Höhe von 67 Millionen Euro gerechnet. Tatsächlich kostete der Ausbau 318 Millionen - weitgehend finanziert vom Bund. Als Grund wurde der zusätzliche Lärmschutz angegeben.

Die neue B75 liegt nun neben den Fernbahn- und S-Bahngleisen. Entlang der neuen Straße und den Schienen wurden auf insgesamt 15 Kilometern Länge vier Meter hohe Lärmschutzwände errichtet. Auf der freigewordenen alten Straßenfläche entstehen den Planungen zufolge Grünflächen und rund 5.400 neue Wohnungen.

Standstreifen und breitere Fahrspuren

Der neue Abschnitt hat drei Anschlussstellen: Georgswerder im Norden, Wilhelmsburg etwas verschoben in der Mitte und Kornweide im Süden. Die nun breiteren beiden Fahrstreifen sowie ein Standstreifen je Richtung sollen dafür sorgen, dass die Autofahrer schneller und sicherer vorankommen. An einigen Anschlussstellen und Auffahrten wird jedoch derzeit noch gebaut.

Anwohner ziehen Eilantrag zurück

Kurz vor der Freigabe der B75 hatten Anwohner ihren Eilantrag gegen die Eröffnung zurückgezogen. Sie hatten bemängelt, dass der Lärmschutz an der Bahntrasse noch nicht wie geplant gebaut worden sei. Doch nachdem der Eilantrag eingereicht war, wurden die Bauarbeiten an der bemängelten Stelle aufgenommen, sodass die Anwohner ihr Anliegen als erledigt betrachteten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.10.2019 | 16:00 Uhr

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