Stand: 15.09.2020 12:46 Uhr  - NDR 90,3

Widerstand gegen Alster-Rettungswache empört DLRG

So soll das neue Wasserrettungszentrum an der Hamburger Außenalster aussehen. © SKA Sibylle Kramer Architekten
Kubus an der Hamburger Außenalster: So soll das neue Wasserrettungszentrum aussehen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat empört auf die Gründung einer Bürgerinitiative reagiert, die das geplante Wasserrettungszentrum an der Außenalster verhindern will. Wie das "Hamburger Abendblatt" am Dienstag berichtete, sprechen sich unter anderen der Inhaber von "Bodos Bootssteg", ein Immobilienmakler und der Musiker Justus Franz gegen den Neubau aus, der in Form eines zweistöckigen Kubus an der Alten Rabenstraße gebaut werden soll. Die Bürgerinitiative findet die geplante Wache überflüssig und architektonisch geschmacklos. Der Inhaber von "Bodos Boootsteg" nannte es im "Abendblatt" ein "fürchterliches Teil".

"Wie Kai aus der Kiste"

Die Bürgerinitiative komme jetzt wie "Kai aus der Kiste", sagte dagegen Heiko Mählmann, der Präsident des DLRG-Landesverbandes Hamburg. Seit zehn Jahren suche sein Verband nach einem geeigneten Standort für eine Wasserrettungsstation an einem der beliebtesten Wasserreviere der Stadt. Im August 2016 seien das Projekt und die Architektur öffentlich vorgestellt worden, ohne dass es Kritik von den Nachbarn gegeben habe. Und im November sollen eigentlich die Bauarbeiten beginnen, so Mählmann.

Die Kritik der Anwohner erinnert die DLRG an den gescheiterten Bau einer Wasserrettungsstation auf dem Blankeneser Bulln auf der Elbe vor 15 Jahren: Auch damals hatten Bürger Unterschriften gegen den Bau gesammelt, weil ihre Aussicht auf den Fluss beeinträchtigt werden würde.

NDR Reporter Werner Pfeifer zum ersten Corona-Toten aus Hamburg. © NDR Foto: Screenshot

AUDIO: Proteste gegen Wasserrettungszentrum: DLRG ist sauer (1 Min)

Rettungsstation "zwingend notwendig"

Die Haltung der Initiative sei ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Lebensretter, so Mählmann. Jeder wolle Sicherheit auf dem Wasser, aber bitte nicht vor seiner Haustür. Gerade in diesen Zeiten sei die Alster mit Freizeitsportlern auf Stand-Up-Boards, Luftmatratzen, Kajaks und Kanus überlaufen. Viele Jugendliche nutzten die Brücken zum Springen. Eine Wasserrettungsstation sei zwingend notwendig, so Mählmann.

Die DLRG soll an der Alten Rabenstraße Räume bekommen, in denen die freiwilligen Helfer untergebracht werden - inklusive Duschen und Lager. Dazu soll ein kleiner Anleger gebaut werden, damit sowohl die Helfer als auch die Feuerwehr mit ihren Booten festmachen können. Die Kosten allein für den Bau bezifferte die städtische Sprinkenhof AG auf rund eine Million Euro.

Weitere Informationen
Aufnahme der Innen- und Außenalster aus der Luft in Hamburg.

Alster: Rettungswache wird frühestens 2021 fertig

Das geplante Wasserrettungszentrum an der Außenalster wird nach Informationen von NDR 90,3 frühestens 2021 fertig. Der Senat rechnet mit Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro. (23.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.09.2020 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Airbus-Konzept zeigt Flugzeuge, die mit Wasserstoff angetrieben werden. © Airbus

Airbus will emissionsfreie Jets - Hamburg plant mit

Airbus will drei neue Flugzeuge mit Wasserstoff-Antrieb in die Luft bringen. Wird Hamburg bei der Entwicklung eine wichtige Rolle spielen? Wirtschaftssenator Westhagemann ist zuversichtlich. mehr

Ein Lehrer sitzt an seinem Laptop. © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

Schulgipfel: Lehrer sollen Laptops bekommen

Die Lehrerinnen und Lehrer sollen zügig Dienst-Laptops bekommen. Das wurde auf einem Schulgipfel im Kanzleramt verabredet. Hamburgs Schulsenator Rabe lobte das Engagement des Bundes. mehr

Der Außenbereich der Bar "Le Vou" im Hamburger Schanzenviertel. © Florencia Acosta Foto: Florencia Acosta

Weiterer Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar

Nach dem Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" gibt es eine Häufung in einem weiteren Lokal im Hamburger Schanzenviertel. 16 Menschen wurden nach einem Besuch im "Le Vou" positiv getestet. mehr

St. Paulis Daniel-Kofi Kyereh (l.) erzielt den Anschlusstreffer zum 1:2 gegen den VfL Bochum © Witters Foto: Christof Koepsel

St. Pauli punktet dank toller Moral und Kyereh in Bochum

Der FC St. Pauli hat am ersten Zweitliga-Spieltag ein 2:2 beim Aufstiegskandidaten VfL Bochum geschafft. Die Hamburger lagen bereits mit 0:2 zurück, trafen dann in der Schlussphase doppelt. mehr