Weniger Verkehrsunfälle in Hamburg im vergangenen Jahr

Stand: 17.02.2021 06:16 Uhr

Auf Hamburgs Straßen hat es im vorigen Jahr rund 10.000 weniger Unfälle gegeben als noch 2019 - insgesamt waren es 58.136. In fast 90 Prozent der Fälle kam es lediglich zu Sachschäden.

Innensenator Andy Grote auf der Landespressekonferenz
Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat die Unfallstatistik für 2020 vorgestellt.

Diese Zahlen hat Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrssicherheitsbilanz präsentiert. Auch diesbezüglich war es ein außergewöhnliches Jahr, sagte Grote. Hierbei habe die Corona-Pandemie aber mal positive Auswirkungen gehabt. Denn insgesamt gab es ein Drittel weniger Verkehr auf den Straßen - und deshalb auch einen Rückgang der Unfälle um 15,6 Prozent. Berechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 428 Verletzte. Das ist die niedrigste Zahl seit 1953, als die Verkehrsunfallstatistik erstmals erstellt wurde. Die Anzahl der Verunglückten hatte schon 2019 mit 505 einen historischen Tiefststand erreicht - und sank nun erneut.

Mehr Radverkehr

Zugenommen hat hingegen der Radverkehr - nämlich um 33 Prozent. Und damit nahm in diesem Bereich auch die Zahl der Unfälle zu und stieg um 3,6 Prozent auf 3.668. Dabei verunglückten 2.735 Radfahrende, das waren 204 mehr als im Vorjahr. Drei Radfahrende kamen im Straßenverkehr ums Leben. In zwei Fällen war ein Abbiegeunfall die Ursache. In einem Fall waren zwei Radfahrende zusammengestoßen, einer von ihnen trug keinen Helm und erlitt ein tödliches Schädel-Hirn-Trauma.

Insgesamt verschuldete jeder zweite Radfahrende den Unfall selbst. Besonders häufig stießen Radfahrer und Radfahrerinnen untereinander zusammen, aber auch Radfahrerende und Fußgänger und Fußgängerinnen kamen sich ins Gehege.

Weniger Fälle von Alkohol am Steuer

Im vorigen Jahr kamen 15 Menschen auf Hamburgs Straßen ums Leben. Betroffen waren neun Fußgängerinnen und Fußgänger, drei Radfahrende, zwei Pkw- und ein Motorradfahrer. 2019 gab es noch 28 Verkehrstote. Die Zahl der Unfälle, bei denen Fahrerinnen oder Fahrer betrunken waren, hat weiter abgenommen. Wenn Kneipen zu sind und Großveranstaltungen ausfallen, sei das aber auch nicht überraschend, so Ulf Schröder, der Leiter der Verkehrsdirektion. Allerdings: Es setzten sich mehr Menschen unter Drogeneinfluss ans Steuer als im Vorjahr.

Neue Fahrradstaffel und mehr mobile Blitzer

Mit einer dritten Fahrradstaffel will die Polizei noch in diesem Jahr für mehr Sicherheit sorgen. Im Osten der Stadt soll es einen eigenen Stützpunkt geben. Sie soll für mehr Sicherheit sorgen und auf Fehler aufmerksam machen. Zu den Hauptunfallursachen gehört das Fahren auf der falschen Straßenseite.

Auch bei den mobilen Blitzern will die Hamburger Polizei nachlegen. Vier neue Anhänger sollen angeschafft werden, insgesamt zwölf wären es dann. Geschwindigkeits- und Rotlichtkontrollen sollen an Unfallbrennpunkten ausgebaut werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.02.2021 | 14:00 Uhr

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