Stand: 16.07.2019 14:38 Uhr

Weniger Tote durch Krankenhauskeime in Hamburg

In Hamburg sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Patienten an Krankenhauskeimen gestorben. Die Zahl hat sich halbiert, wie aus aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU hervorgeht. 26 Tote hat die Gesundheitsbehörde in Verbindung mit gefährlichen Klinikkeimen registriert - 69 Tote waren es noch 2017 gewesen.

Woran es liegt, ist unklar

Die Zuordnung zu Todesfällen ist allerdings sehr schwierig, da viele Patienten so schwach waren, dass sie womöglich auch ohne multiresistente Keime gestorben wären. Aber es gibt auch eine Dunkelziffer, weil bei Gestorbenen nicht jeder Krankenhauskeim entdeckt wird. Und meldepflichtig ist nur die Kombination mehrerer Keime oder eine Epidemie. Warum die Todeszahlen so stark sanken, ist unklar.

In diesem Jahr bislang zehn Todesfälle

Tatsache ist, dass Hamburgs Kliniken das Thema immer ernster nehmen. Sie arbeiten enger mit den Gesundheitsämtern zusammen. Sie beschäftigen eigene Hygieneärzte oder etwa beim Albertinen Krankenhaus nur festangstellte Reinigungskräfte, die ständig geschult werden. Im laufenden Jahr starben bis Juni zehn Patienten an Krankenhauskeimen.

CDU fordert mehr Kontrollen

"Diese tragischen und sinnlosen Todesfälle könnten zumindest teilweise vermieden werden, wenn die Hygienestandards eingehalten werden", meint die CDU-Abgeordnete Birgit Stöver, die die Anfrage gestellt hatte. Sie fordert mehr Kontrollen.

Von den deutschlandweit jährlich 18 Millionen stationär aufgenommenen Patienten erkranken mindestens 400.000 an Krankenhauskeimen. Das ist jeder 40. Patient. Geschätzte 10.000 bis 15.000 davon sterben jedes Jahr.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.07.2019 | 12:00 Uhr

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