Stand: 08.10.2018 07:06 Uhr

Weiter Ärger um überbelegtes Haus in Bergedorf

Auch gut sechs Monate nach der Evakuierung des sogenannten Horrorhauses von Bergedorf ist der Ärger für die Mieter noch nicht vorbei. Seit sie das Gebäude im März von einem Tag auf den anderen verlassen mussten, warten sie vergeblich darauf, ihre Besitztümer abholen zu können. Die Feuerwehr hatte das Gebäude damals für unbewohnbar erklärt.

Großkontrolle von mehreren Behörden

Schon vor der Räumung hatte das Haus am Reetwerder Schlagzeilen gemacht: Die Sozialbehörde hatte mit Polizei, Jobcenter, Steuerfahndung und Wohnraumschutz eine Großkontrolle durchgeführt. Der Verdacht: Überbelegung und Mietwucher. Tatsächlich waren gut 160 Menschen in den 15 Wohnungen gemeldet, die meisten Rumänen. Sie wurden inzwischen von der Behörde in städtischen Unterkünften untergebracht.

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Vermieterin stellt sich quer

An ihre persönlichen Dinge kommen sie jedoch nicht. Die Vermieterin stellt sich quer - trotz richterlicher Anordnung. Sie hat nach der Evakuierung alles im Haus in Müllsäcke verpackt. Da die Sachen nun nicht mehr einzelnen Parteien zugeordnet werden können, dürfen die Mieter sie nicht einfach abholen.

Vorschlag der Sozialbehörde lehnt Vermieterin ab

Den Vorschlag der Sozialbehörde, eine Lagerhalle zu mieten und dort alle Betroffenen unter Polizeiaufsicht ihre Habe einsammeln zu lassen, hat die Vermieterin bisher abgelehnt. Für NDR 90,3 war sie auf Nachfrage nicht erreichbar. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Verfahren zur Zwangsversteigerung läuft

Der Verein Mieter helfen Mietern setzt sich für die Betroffenen ein, die Sozialbehörde zahlt die Vereinsbeiträge. Inzwischen läuft gegen die Eigentümerin des verwahrlosten Wohnhauses ein Zwangsversteigerungsverfahren. Damit rückt auch die Instandsetzung des Hauses und eine mögliche Rückkehr der Mieter in weite Ferne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.10.2018 | 08:00 Uhr

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