Stand: 11.09.2020 06:41 Uhr

Warntag mit Pannen: Viele bekamen Probealarm nicht mit

Am bundesweiten Katastrophen-Warntag hat in Hamburg am Donnerstag vielerorts Stille geherrscht. Während unter anderem in Alsternähe und in Wilhelmsburg die Sirenen heulten, waren sie in anderen Stadtteilen nur leise aus der Ferne zu hören, andernorts auch gar nicht. Ein Sprecher der Innenbehörde sagte: "Die Sirenen haben pünktlich ausgelöst in Hamburg." Die 131 Sirenen der Hansestadt stünden allerdings nur in Gebieten in Elbnähe, die von Überflutungen bedroht seien. Ein flächendeckendes Sirenennetz gebe es heutzutage nicht mehr.

Auch bei den Warn-Apps gab es Probleme. Viele beschwerten sich, keine oder nur eine verspätete Nachricht über KATWARN oder NINA bekommen zu haben. Laut Innenbehörde haben die von der Stadt ausgelösten Apps um 10.45 Uhr eine entsprechende Warnung versendet. Zu diesen Apps gehörten auch KATWARN und NINA. Dass einzelne Nutzer keine Warnung erhalten hätten, könne auch an einem Bedienungsfehler liegen, hieß es aus der Innenbehörde. Um eine Warnung auf dem Handy zu empfangen, müssten Nutzer nicht nur die App runterladen, sondern sich auch aktiv anmelden.

BKK räumt Panne ein

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn räumte eine Panne bei den elektronischen Warnungen ein. Diese sei mit der zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen zu erklären, hieß es. Präsident Christoph Unger sagte: "Erste Analysen haben ergeben, dass um 11 Uhr nicht nur zentral die Warnung ausgelöst worden ist, sondern viele andere angeschlossene Leitstellen ebenfalls eigenständig Warnungen ausgelöst haben, sodass es zu einer Überlastung des Systems gekommen ist."

Künftig an jedem zweiten Donnerstag im September

Nach einem Beschluss der Innenministerkonferenz soll zukünftig an jedem zweiten Donnerstag im September ein bundesweiter Warntag stattfinden. Die Bevölkerung soll so an die Warnsysteme herangeführt werden und die Funktionstüchtigkeit der Systeme getestet werden. Beim ersten bundesweiten Warntag seit der Wiedervereinigung sollten neben den Sirenen auch die Warnsysteme über Apps, SMS, sowie über digitale Werbetafeln getestet werden.

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Eine Möwe sitzt auf einer Sirene © picture alliance dpa-Zentralbild ZB Foto: Jens Büttner

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.09.2020 | 13:00 Uhr

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