Stand: 25.02.2019 15:55 Uhr

Warnstreik legt viele Kundenzentren lahm

Mit einem flächendeckenden Warnstreik der Tarifbeschäftigten der Stadt Hamburg haben die Gewerkschaften am Montag den Druck vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder verschärft. Bis zu 4.000 Beschäftigte demonstrierten für eine bessere Bezahlung. In den Kundenzentren der Hamburger Bezirksämter kam es nach Angaben der zuständigen Finanzbehörde zu erheblichen Einschränkungen. In mehreren Zentren waren keine Termin- oder Spontanbesuche mehr möglich.

Demonstration auf dem Gänsemarkt

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Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Dienst kam es in vielen Hamburger Kundenzentren zu Einschränkungen.

Fast 2.000 Menschen folgten einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und versammelten sich auf dem Gänsemarkt. Mit Trillerpfeifen und Knarren verliehen sie der Forderung nach mehr Geld Nachdruck. Anschließend zogen sie durch die Innenstadt vor das Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof. Der Beamtenbund hatte ebenfalls zu Streiks und Kundgebungen aufgerufen. Ein Demonstrationszug zog von der Reeperbahn Richtung Gänsemarkt, hier beteiligten sich laut Gewerkschaft 1.150 Menschen. Die Polizei sprach von rund 600 Teilnehmern.

Ver.di-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß sagte NDR 90,3, viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst klagten über die wachsende Arbeitsbelastung. "Viele sagen, wir schaffen die Arbeit nicht mehr." Der Unmut wachse, weil es keine Zugeständnisse von den Arbeitgebern gebe.

Am Montag waren alle rund 50.000 Tarifbeschäftigte des öffentlichen Dienstes in Hamburg zum Warnstreik aufgerufen. Darunter Bezirksamtsmitarbeiter, angestellte Lehrer, Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst und Verwaltungsangestellte. Eltern brauchten sich wegen der Betreuung ihrer Kinder aber keine Sorgen zu machen: Eine Notbetreuung war laut Schulbehörde organisiert. Am vergangenen Montag hatten bereits Mitarbeiter der Bezirksämter die Arbeit niedergelegt. Am Mittwoch folgten Angestellte von Schulen und Hochschulen dem Aufruf der Gewerkschaften, am Freitag waren es Mitarbeiter der sozialen Dienste.

Ver.di droht mit Elbtunnel-Blockade

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt das ab, hat aber noch kein Angebot vorgelegt. Die Gespräche werden am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt. Sollte es keine Annäherung geben, droht ver.di für Hamburg mit einer Blockade des Elbtunnels.

Weitere Informationen

Wieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes in Hamburg gab es am Freitag erneut Warnstreiks. Mitarbeiter der sozialen Dienste demonstrierten in der Innenstadt für mehr Geld. (22.02.2018) mehr

Warnstreiks an Hamburger Schulen

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes sind in Hamburg Angestellte an Schulen und Hochschulen in den Warnstreik getreten. Der Schulunterricht wurde jedoch nicht beeinträchtigt. (20.02.2019) mehr

Warnstreiks in allen Hamburger Bezirksämtern

Knapp 1.000 Mitarbeiter der Bezirksämter haben wegen des Tarifstreits die Arbeit niedergelegt. Termine in den Kundenzentren mussten zum Teil verlegt werden. (18.02.2019) mehr

Warnstreik: Öffentlicher Dienst "geht baden"

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes haben am Dienstag in Hamburg rund 1.000 Menschen für mehr Geld demonstriert. Einige von ihnen sprangen sogar in die Alster. (12.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.02.2019 | 16:00 Uhr

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