Stand: 12.04.2018 21:11 Uhr

Warnstreik bei Kitas und Stadtreinigung

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Ver.di-Chef Bsirske verteidigte in Hamburg die Forderungen der Gewerkschaft.

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben die Warnstreiks am Donnerstag Hamburg erreicht. Mitarbeiter der Stadtreinigung, der städtischen Kitas, der Hafenaufsicht, der Theater, der Bücherhallen und der Bundesbehörden in der Hansestadt traten in den Ausstand. Bei einer Auftaktkundgebung vor dem Haus des Arbeitgeberverbandes Arbeitsrechtliche Vereinigung verteidigte der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, am Donnerstagmorgen die Forderung der Gewerkschaft nach sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. "Wenn die Kollegen hier in Hamburg in das wirtschaftliche Umfeld sehen, dann herrscht da Festtagsstimmung. Deshalb sind auch die Erwartungen klar", sagte Bsirske vor mehreren Hundert Kundgebungsteilnehmern. Die Beteiligung an den Warnstreiks sei "ein klares Signal" an die Arbeitgeber.

Ver.di: 4.000 Beschäftigte in Hamburg im Ausstand

Er rechne in dieser Woche bundesweit mit mehr als 100.000 Teilnehmern an den Warnstreiks, sagte Bsirske. In Hamburg dürften sich am Donnerstag mehr als 4.000 Menschen an dem Arbeitskampf beteiligt haben, sagte Sieglinde Frieß von ver.di. "Allein 2.000 bei den städtischen Kitas und 1.500 bei der Stadtreinigung."

Städtische Kitas betroffen

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte ihre Mitglieder in den städtischen Kitas aufgerufen, ganztägig die Arbeit ruhen zu lassen. Von den 186 Elbkinder-Kitas hatten laut Gewerkschaften nur 23 ohne Einschränkungen geöffnet. 35 Kitas blieben ganz geschlossen, der große Rest arbeitete mit einem Notdienst.

Stadtreinigung setzt Streik fort

Als erste hatten am Donnerstagmorgen Mitarbeiter der Müllabfuhr gestreikt. Zwischen 30 und 40 Prozent der Mitarbeiter beteiligten sich am Warnstreik, sagte der Sprecher der Stadtreinigung, Reinhard Fiedler. Nur vier von zwölf Recyclinghöfen waren zeitweise geöffnet. Die Abholung der schwarzen Müll- und der grünen Biotonnen wird auch am Freitag zum Teil entfallen - die Müllwerker streiken nämlich zwei Tage.

Auswirkungen auch auf Bühnen

Etliche Bücherhallen blieben geschlossen und Schleusen- und Brückenwärter legten ihre Arbeit nieder. Streik gab es auch auf der Bühne: In der Hamburger Staatsoper fiel "Illusionen wie Schwanensee" sogar komplett aus. Karten können umgetauscht oder zurückgegeben werden.

Sechs Prozent mehr Geld gefordert

Es ist bereits der zweite Warnstreik binnen knapp vier Wochen. Die Aktionen sollen helfen, vor der Fortsetzung der Verhandlungen am Sonntag Druck zu machen. Ver.di fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Arbeitgeber lehnen den Mindestbetrag ab. In Hamburg sind nach Gewerkschaftsangaben rund 25.000 Beschäftigte betroffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.04.2018 | 06:00 Uhr

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