VV-Mitarbeiter streiken für einheitliche Tariflöhne

Warnstreik beendet: U-Bahnen und Busse fahren wieder

Stand: 29.09.2020 14:52 Uhr

Ein Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat am Dienstagmorgen den U-Bahn- und Busverkehr in Hamburg weitgehend lahmgelegt. Ab dem Mittag wurde der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen.

Seit Betriebsbeginn standen weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg still. "Die Beteiligung ist hoch und die Stimmung gut", sagte der Hamburger ver.di-Fachbereichsleiter Verkehr, Natale Fontana, am Morgen. Etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legten den Angaben zufolge die Arbeit nieder. Rund 350 Beschäftigte versammelten sich auf einem Betriebshof in Alsterdorf zu einer Kundgebung.

U-Bahnen und Busse betroffen

Ein Aufsteller mit der Aufschrift "Warnstreik" steht am Eingang zu einem Betriebshof der Hamburger Hochbahn AG. © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks
Warnstreik-Posten vor einem Betriebshof der Hamburger Hochbahn.

Wie die Hamburger Hochbahn mitteilte, waren alle vier U-Bahnlinien und die meisten Buslinien von dem Warnstreik betroffen. Am Vormittag war lediglich die U3 wieder regelmäßig unterwegs, wenn auch deutlich seltener als üblich. S-Bahnen und Regionalzüge fuhren ebenfalls.

Die Fahrgäste an den Gleisen und Bushaltestellen mussten deshalb am Vormittag viel Geduld mitbringen. Nachdem der Warnstreik am Mittag wie geplant beendet wurde, nahmen die Busse und Bahnen wieder Fahrt auf. Es dauerte allerdings bis in den frühen Nachmittag hinein, bis sich die Lage wieder weitgehend normalisiert hatte.

Ver.di will Druck auf Arbeitgeber erhöhen

Zu den bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen, um mit Blick auf neue Tarifverträge für die Branche den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. "Es geht uns nicht ums Geld, sondern um die Arbeitsbedingungen", sagte Fontana. Deshalb habe die Gewerkschaft im Frühjahr bundesweit die Tarifverträge gekündigt. Ver.di will nun beispielsweise, dass es für Themen wie Urlaubstage, 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld einheitliche Standards gibt. In Hamburg sind den Angaben zufolge rund 7.000 Menschen bei der Hochbahn und dem VHH von den Tarifverhandlungen betroffen.

Bereits Streiks im öffentlichen Dienst

Bereits in den vergangenen Tagen hatten in Hamburg im Rahmen der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst unter anderem die Stadtreiniger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hafenverwaltung, von Kindergärten, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen die Arbeit niedergelegt.

Weitere Informationen
Eine Bahn mit einem Warnstreik-Schild im Fenster © imago images/Die Videomanufaktur

Warnstreiks in Norddeutschland: Viele Pendler betroffen

Im ganzen Norden sind im Nahverkehr Busse und Bahnen zum Stillstand gekommen. In vielen Städten waren Staus die Folge. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.09.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Peter Tschentscher (M, SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, und Melanie Leonhard (l, SPD), Senatorin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration von Hamburg, besichtigen gemeinsam mit Olaf Schindel (r), Architekt, das im Aufbau befindliche Impfzentrum in den Hamburger Messehallen. © picture alliance / dpa Foto: Danier Reinhardt

Tschentscher: Hamburg auf Corona-Impfungen gut vorbereitet

Der Bürgermeister hat das Impfzentrum in den Messehallen besucht. Mitte Dezember soll dort alles vorbereitet sein. mehr

Das Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Hamburger Hafen: Prognose geht von geringerem Wachstum aus

Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. "Ernüchternd", meint der Wirtschaftssenator zu den schlechteren Aussichten. mehr

Eine Frau wird mit einem Abstrich auf das Coronavirus untersucht. © picture alliance/dpa Foto: Nicolas Maeterlinck

306 neue Corona-Fälle in Hamburg

Das sind 54 weniger Neuinfektionen als vor einer Woche gemeldet worden waren. Auch der Inzidenzwert sinkt weiter. mehr

Vor einer Jugendstrafkammer am Hamburger Landgericht beginnt ein Prozess wegen der gewaltsamen Zwischenfälle im Rondenbarg während des G20-Gipfels im Juli 2017. Vor dem Gericht wird protestiert. © NDR Foto: Ingmar Schmidt

G20-Prozess: Fünf junge Leute in Hamburg vor Gericht

Ihnen wird unter anderem schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Vor dem Prozessbeginn gab es Proteste vor dem Gericht. mehr