Stand: 18.03.2019 15:52 Uhr

WLAN für jedes Hamburger Klassenzimmer

Hamburgs Schulen sollen die modernsten Deutschlands werden - in Bezug auf digitale Ausstattung. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat am Montag vorgestellt, wie er das in den kommenden Jahren mit den 128 Millionen Euro aus dem Digitalpakt mit dem Bund erreichen will. Alle rund 13.200 Unterrichtsräume der 338 allgemeinbildenden und 32 berufsbildenden Schulen sollen so ausgestattet werden, "dass Wireless LAN überall auf hohem Niveau funktioniert", sagte Rabe. Damit sollen dann alle Schüler einer Klasse gleichzeitig im Netz arbeiten können.

45.000 neue Geräte

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Alle rund 13.200 Unterrichtsräume sollen schnelle Internetverbindungen bekommen.

Zudem solle in jedem Unterrichtsraum digitale Präsentationstechnik zur Verfügung stehen, nämlich große Touch-Screen-Bildschirme oder Beamer. Außerdem werden etwa 30.000 Laptops angeschafft und zusätzlich 15.000 sogenannte Mikrocomputer, an denen bereits Zehnjährige Programmieren lernen können. Grundsätzlich setzt die Schulbehörde aber darauf, dass die Schüler hauptsächlich ihre eigenen Smartphones und Tablets im Unterricht einsetzen und die Schulgeräte nur denjenigen zur Verfügung gestellt werden, die kein eigenes besitzen.

Neben der Technik müssen aber auch die Lehrer auf den neuesten Stand gebracht werden. Deshalb fließt ein Teil des Geldes auch in Fortbildungen und eine Online-Plattform für Lehrer.

"Hamburg hat einen Vorsprung"

Hamburg habe bereits einen Vorsprung bei der Digitalisierung vor anderen Bundesländern, sagte Rabe. Zum Beispiel seien bereits alle Hamburger Schulen an das Glasfasernetz angeschlossen. Bis 2023 sollen die Hamburger Schulen jetzt die am besten ausgestatteten in Deutschland werden. Wie die Finanzierung der technischen Geräte nach dem Digitalpakt weitergeht, ist noch unklar.

Mit der Zustimmung zu einer Grundgesetzänderung hatte der Bundesrat am vergangenen Freitag den Weg für die Umsetzung des Digitalpakts freigemacht. Bis 2023 stellt der Bund den Ländern insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Im Gegenzug haben sich die Länder verpflichtet, weitere zehn Prozent der Fördersumme in die Digitalisierung der Schulen zu investieren.

CDU fordert IT-Spezialisten für Schulen

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion begrüßte die Umsetzung des Digitalpakts zwar grundsätzlich, mahnte aber an, dass auch die Administration der digitalen Infrastruktur dauerhaft sichergestellt werden müsse. Für die Wartung und Unterhaltung der Technik sei ein IT-Spezialist für jede Schule bereitzustellen, forderte die schulpolitische Sprecherin der CDU, Birgit Stöver. "Dass die Gelder nun endlich an die Schulen kommen, ist gut, aber wahrlich nichts Revolutionäres", sagte ihre Linken-Kollegin Sabine Boeddinghaus. Wichtig sei nun, wie der Bildungszugang der jungen Menschen durch digitale Medien verbessert werden und damit der Ungleichverteilung von Bildungschancen entgegengewirkt werden kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.03.2019 | 13:00 Uhr

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