Stand: 11.04.2019 04:57 Uhr

Vor Ort in Osdorf: "Wir fühlen uns ernst genommen"

"Ich finde das toll, dass der NDR so offen ist, dass es keine Schwellen gibt und dass man seine Themen anbringen kann", sagt Gabriele Klose voller Begeisterung am Ende des Abends im "Bürgerhaus Bornheide". Bei der nunmehr dritten Ausgabe der Veranstaltungsreihe "Vor Ort" hatten Hamburgerinnen und Hamburger am Mittwochabend in Osdorf wieder die Gelegenheit, die Programmmacher und Verantwortlichen von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal direkt zu treffen und mit ihnen auf Augenhöhe über das Angebot und die Arbeit des Landesfunkhauses Hamburg zu diskutieren.

Eindrücke von "Vor Ort in Osdorf"

Was sie aus den Veranstaltungen in Bramfeld und Schnelsen mitgenommen habe, fragt Moderator Christian Buhk Sabine Rossbach zu Beginn: "Wir haben wohlwollenden Zuspruch erhalten, wir haben viele schöne Themen aus den besuchten Stadtteilen mitgenommen und wir konnten viele, natürlich teils auch kritische Fragen, im direkten Gespräch beantworten. Und das ist oftmals schöner, als wenn man einen Brief oder eine Mail schreibt oder am Telefon antwortet", sagte die Landesfunkhausdirektorin.

Musik ist und bleibt ein Dauerbrenner

Ob der Wunsch nach einer intensiveren Berichterstattung aus und über Osdorf und noch mehr Podcast-Angeboten für NDR 90,3, oder ob Fragen zur Auswahl von Themen, der Sendungslänge und Wiederholungen im Hamburg Journal - Lob und Kritik, neue Formatideen und spannende Anregungen für das Programm gab es reichlich. Bernd Meier ärgert sich beispielsweise jedes Mal über Stan Ridgways Song "Camouflage" und fragt: "Hat den Songtext schon mal jemand übersetzt? Das Ding ist so was von aus der Zeit, bitte nehmt den raus!"

Videos
02:30
Hamburg Journal

Hamburg Journal und NDR 90,3 vor Ort in Osdorf

11.04.2019 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Was treibt die Menschen in Osdorf um? Das Hamburg Journal und NDR 90,3 hat die Zuschauer und Hörer in Osdorf besucht. Es gab viele Anregungen für die Programm-Macher. Video (02:30 min)

"Wir versuchen ja ein möglichst breites Musikprogramm zu machen, mit dem wir möglichst viele Menschen glücklich machen. Da kann es dann auch mal so sein, dass es einen Titel gibt, der nicht jedem gefällt", vermittelt Claudia Bruns als Nachrichten- und stellvertretende Programmchefin von NDR 90,3 und verspricht, die Anregung gern an die Musikredaktion weiterzugeben. "Das ist richtig und das kann ich auch verstehen. Aber an dieser Stelle bin ich kompromisslos. Bitte schauen Sie drauf", setzt Meier mit einem Lächeln nach. Die Musik im Programm ist und bleibt eben ein thematischer Dauerbrenner.

"Vor Ort" auch Stadtreporterin Anna Rüter

NDR 90,3 Stadtreporterin Anna Rüter war auch diesmal wieder zuständig dafür, all die Fragen der Besucherinnen und Besucher mit dem Mikrofon einzufangen und eilte den Abend über von Tisch zu Tisch. "Das war alles noch viel lebhafter, als ich dachte", freute sich Alfred Graaf. "Das war alles offen, keiner ist mit seinen Fragen abgewürgt worden, sondern man hat auch versprochen viel mitzunehmen. Das finde ich gut." Nicht nur während der Live-Sendung für die 18 Uhr-Ausgabe des Hamburg Journals und zur offenen Dialogrunde, sondern auch im Anschluss finden sich immer wieder neue, kleine Gruppen an den Tischen zusammen und tauschen sich aus - persönlich, direkt, auf Augenhöhe. "Die Mixtur aus Fragen aus allen Bereichen, das hat uns gut gefallen", sagen Roland Kiesow und Brigitte Becker. "Man kennt es ja sonst nur aus dem Radio und Fernsehen, aber sie alle mal live zu erleben und zu sehen, wie sie agieren, das ist schön."

Fragen aus Osdorf

  • Frage

    Karen Mechela: "Ich sehe unheimlich gern das Hamburg Journal. Wie viel Vorbereitungszeit haben Sie, um die Sendung zu machen?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Die Vorbereitungen auf eine Sendung beginnen eigentlich schon in der Woche davor. Wir haben Planungskonferenzen und eine Wochenkonferenz und schauen, welche Termine es in der folgenden Woche gibt, welche Dinge anstehen und die planen wir schon einmal vor. Am Sendungstag selbst kann sich das dann natürlich alles noch einmal ändern, wenn wir uns morgens um 9 Uhr zur Konferenz treffen, den Tag besprechen beziehungsweise das Feedback zur Sendung vom Vorabend austauschen und schauen, was wir möglicherweise vergessen haben. Dann sehen wir uns die Themen des Tages an, überlegen uns, worüber Hamburg spricht - das entwickelt sich meist am Tag - und dann gehen die Teams raus. Dann gibt es nochmals eine Konferenz um 14 Uhr und schließlich sehen wir um 17 Uhr, was es dann wirklich in die Sendung schafft."

  • Frage

    Michael Böhnert: "Ich höre gerne NDR 90,3, nur manchmal habe ich keine Zeit. Und deshalb würde ich mich freuen, wenn das Angebot an Podcasts besser und weiter ausgebaut werden könnte."

  • Antwort

    Claudia Bruns, stellvertretende Programmchefin NDR 90,3: "Wir machen jetzt doch schon einiges an Podcasts, unsere Nachrichten gibt es ja beispielsweise schon als Podcast. Gerade haben wir einen Sport-Podcast ins Leben gerufen, wir machen schon viel Kultur als Podcast. Aber Sie haben total recht, das boomt ja tatsächlich gerade. Wir machen uns ganz viele Gedanken darüber, was wir noch als Podcast anbieten können und wir freuen uns natürlich auch über Ihre Ideen."

  • Frage

    Günter Lange: "Ich würde mir wünschen, dass das Hamburg Journal länger senden würde. Nicht nur eine halbe Stunde, sondern mindestens eine Dreiviertelstunde oder sogar eine Stunde, um ausführlicher über Themen berichten zu können."

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Natürlich würden wir auch gern so lang wie möglich senden. Wir senden ja schon insgesamt 45 Minuten, nur eben aufgeteilt: die monothematische Sendung um 18 Uhr, in der wir in die Stadt gehen und uns speziell ein Thema anschauen, und die Ausgabe um 19.30 Uhr, das ist eben diese halbe Stunde, die wir für die Stadt haben. Wenn wir länger senden würden, müssten Sie auf die Tagesschau verzichten und ich glaube, das würde Ihnen auch nicht gefallen. Wir haben aber natürlich noch viel anderes Programm aus Hamburg, beispielsweise in der aktuellen Ausgabe der Sendung 'Wie geht das?', in der es eine halbe Stunde lang um die Alsterflotte geht. Oder auch der norddeutschlandweit ausgestrahlte Film über den Tourismus in der Stadt. Und so finden wir viele Dinge, die wir auch außerhalb des Hamburg Journals anbieten können."

  • Frage

    Gabriele Klose: "Was tun Sie, um Jugendliche für das Programm von NDR 90,3 zu gewinnen?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Für Jugendliche bis 15, 16, 17 Jahren haben wir im NDR das Programm N-JOY und wir haben ein Medienangebot im Internet - für Fernsehen und Bewegtbild - namens 'funk', das junge Menschen dort finden. Man kann leider nicht alles haben und man kann nicht für jeden Geschmack und für jedes Interesse etwas senden. Das heißt, wenn Sie morgens eine Jugendsendung anbieten und nachmittags eine Sendung für ältere Menschen, dann werden sie damit keinen wirklich treffen. Wir kümmern uns um die Menschen, die sozusagen in der zweiten Lebenshälfte sind, die sesshaft geworden sind, die sich für Hamburg interessieren, die sich für ihre Nachbarschaft interessieren. Das tun Jugendliche meist nicht, die gucken nach New York, nach Berlin, nach Thailand oder sonst wo hin. Und sie hören auch ganz andere Musik. Das heißt, wir haben uns innerhalb unserer NDR-Senderfamilie ein bisschen aufgeteilt, wer für was zuständig ist."

  • Frage

    Gabriele Klose: "Wie kommen die Redaktionen zu ihren Themen und wie werden diese an die Moderatorinnen und Moderatoren übermittelt beziehungsweise, inwieweit sind die darin mit eingebunden?"

  • Antwort

    Claudia Bruns, stellvertretende Programmchefin NDR 90,3: "Das ist ganz unterschiedlich, woher die Themen kommen. Wir haben sehr viele Fach-Autoren, die ganz nah dran sind in ihrem Fachbereich und die jeden Tag mit neuen Ideen kommen. Aber natürlich sind auch unsere Moderatorinnen und Moderatoren beteiligt, wenn sie zu ihren Schichten kommen. Und dann ist es Teamarbeit, wenn man sich zusammensetzt und überlegt: Was wollen wir? Wo haben wir das Gefühl, das ist heute das Thema der Stadt? Und dann wird darüber entschieden - im Streitfall natürlich durch eine Person, die die Mütze aufhaben muss, sonst kommt man ja zu keiner Entscheidung. Aber letztlich sind immer alle daran beteiligt."

  • Frage

    Frieder Bachteler: "Ich schaue so oft wie möglich das Hamburg Journal und ich habe bei den Außenreportagen den Eindruck, dass die Zeit sehr knapp bemessen ist, sodass die Reporterinnen und Reporter immer so wirken als wären sie unter Zeitdruck. Und das empfinde ich dann wiederum den Interviewten beziehungsweise besuchten Einrichtungen gegenüber als etwas unfreundlich. Das finde ich schade."

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Wir haben ja für die längeren Außenreportagen, auch für die 18 Uhr-Sendung, immer drei Minuten für die Außenreporter, die da sind. Und die versuchen natürlich auch immer, so viel wie möglich unterzubringen. Und das ist dann teilweise für Menschen, die jetzt nochmal kurz nachdenken müssen für eine Frage, auch mal schwierig. Und das schärfen wir bei unseren Reporterinnen und Reportern ein: ausreden lassen, einmal kurz eine Schrecksekunde zum Nachdenken geben und dann kriege ich auch eine Antwort, die vielleicht 20 Sekunden länger ist, aber die möglicherweise anders ankommt. Wir werden nicht in jedem Fall länger werden können, aber wir können uns ein bisschen als Reporter zurücknehmen."

  • Frage

    Maria Meier-Hjertqvist: "Ich höre viel NDR 90,3, ich mag den Sender und vor allem die Nachrichten. Ich finde aber, die sind manchmal ein bisschen zu kurz, zu knapp und manchmal verstehe ich nicht, was Sie uns mitteilen wollen."

  • Antwort

    Claudia Bruns, stellvertretende Programmchefin NDR 90,3: "Wenn Sie nicht verstehen, was wir Ihnen mitteilen wollen - das ist tatsächlich schlecht, das wollen wir natürlich nicht - dann ermutige ich immer unsere Hörer, sich auch bei unserem Hörerservice zu melden oder uns zu schreiben, weil das auch eine gute Gelegenheit ist, mit uns direkt in Kontakt zu treten. Was die Länge der Nachrichten angeht, glaube ich behaupten zu dürfen, dass wir in Hamburg doch der Sender sind, der schon mit die ausführlichsten Nachrichten bringt. Natürlich muss auch das irgendwann vorbei sein, damit das andere Programm wieder einsetzen kann, aber unsere Nachrichten gibt es ja auch zum Nachhören und wir haben auch Hintergrundberichte dann nochmal - sozusagen abseits der Nachrichten - in der Fläche. Aber bitte, wenn Sie etwas nicht verstehen, dann melden Sie sich gerne bei uns."

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Liebe geht durch den Magen - und durch's Programm

Neben Sabine Rossbach und Claudia Bruns waren noch viele weitere Reporter, Redakteure oder Abteilungsleiter vom Hamburg Journal und NDR 90,3 vor Ort, um auf die speziellen Fragen der Besucher eingehen zu können. Für Gaumenfreuden während des Abends im "Bürgerhaus Bornheide" sorgte traditionell Fernseh-Koch Dave Hänsel mit seinem speziell kreierten Gericht "Liebe in fließendem Rahm": "Das passt einfach zum Hamburg Journal und NDR 90,3, denn egal ob die Nachrichten, die Musik oder eben auch das Kochen - alles wird mit Liebe gemacht", erklärt Hänsel. "Außerdem gibt es bei uns im Programm immer die Essenz, also den Rahm, von all dem, was so passiert in der Stadt."

Ein Gewinn für beide Seiten

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"Vor Ort in Osdorf" - auch für für NDR 90,3 Moderatorin Nicole Steins (l.) eine bereichernde Erfahrung.

"Ich fand das ganz interessant und auf einmal wurde alles so greifbar und man merkte plötzlich, das sind natürlich auch alles nur Menschen. Ich höre ja schon seit Jahren NDR 90,3, aber jetzt hat man noch einmal eine ganz andere Verbindung dazu, wenn ich das morgens beim Broteschmieren höre, das ist schön", sagt Petra Seidler. NDR 90,3 Moderatorin Nicole Steins geht es ähnlich: "Die Menschen hier sind alle furchtbar nett. Wenn ich morgens im Studio stehe, sehe ich sie ja nicht. Und so kann man sich mal die Hand reichen, sich persönlich kennenlernen und das finde ich ganz toll." Ein Gewinn für beide Seiten.

"Wie schon bei den beiden Veranstaltungen zuvor merkt man, dass die Zuschauer und Hörer einfach unglaublich interessiert sind. Wie sie kritisch und neugierig Fragen zum Programm stellen, das macht echt Freude und ich habe schon wieder viele Ideen im Gepäck", resümiert Claudia Bruns am Ende des Abends zufrieden. Die vierte Ausgabe von "Vor Ort" kann kommen!

Weitere Informationen
46:05

"Vor Ort in Osdorf": Austausch in voller Länge

Bei "Vor Ort in Osdorf" hatten Hamburgerinnen und Hamburger die Gelegenheit, mit den Programmmachern und Verantwortlichen von NDR 90,3 und Hamburg Journal ins Gespräch zu kommen. (10.04.2019) Video (46:05 min)

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NDR trifft Zuschauer und Hörer in Osdorf

In Hamburg-Osdorf haben sich Programmmacher von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal den Fragen der Hörer und Zuschauer gestellt. Reporter Christian Buhk berichtet von dem Treffen. (10.04.2019) Video (03:23 min)

NDR 90,3 und Hamburg Journal: Fragen und Antworten

Neben Lob und Kritik erreichen uns auch viele Fragen rund um NDR 90,3, das Hamburg Journal und die NDR Hamburg App. Wir haben die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengefasst. mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 11.04.2019 | 06:30 Uhr

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