Stand: 01.03.2019 08:16 Uhr  - NDR 90,3

Vor Ort in Bramfeld: "Dieser Abend war toll"

Lob, Kritik und spannende Anregungen: Bei der Veranstaltung "Vor Ort" im Bramfelder Kulturladen "Brakula" haben Hamburgerinnen und Hamburger am Donnerstagabend die Möglichkeit ergriffen, die Programmmacher und Verantwortlichen von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal direkt vor Ort zu treffen und mit ihnen auf Augenhöhe über das Angebot und die Arbeit des Landesfunkhauses Hamburg zu diskutieren.

Eindrücke von "Vor Ort in Bramfeld"

Gegenseitiger Austausch auf Augenhöhe

"Täglich erreichen uns übers Telefon, über die NDR Hamburg App, über die Homepage oder per Post viele Fragen zum Programm. Und auch wenn wir uns bemühen, all diese Fragen bestmöglich zu beantworten, so klärt man manche Dinge vielleicht noch besser im direkten Gespräch", sagte Sabine Rossbach, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg, zu Beginn des Abends. "Und außerdem wollen wir Sie kennenlernen, denn für Sie machen wir ja auch unser Programm."

"Jetzt nehmen wir uns die Zeit"

Moderator Christian Buhk führte charmant und mit lockeren Sprüchen durch den Abend und erklärte unter anderem, wie das beim Fernsehen mit dem Zeit-Management funktioniert und warum im richtigen Moment alles sitzen muss. "Die Faust im Nacken des Moderators ist die Aufnahmeleitung", scherzt er kurz vor der Live-Schalte zu Jens Riewa ins Hamburg Journal.

"In Live-Situationen zählt jede Sekunde, denn nach dem Hamburg Journal beginnt pünktlich um 20 Uhr die Tagesschau", sagte Buhk danach. "Aber jetzt kommt es auf 20 Sekunden nicht an, jetzt nehmen wir uns die Zeit." Zeit, um all die Fragen der etwa 75 Gäste an diesem Abend zum Programm von NDR 90,3 und Hamburg Journal zu beantworten. Ob Fragen zur Gewichtung von Themen wie Altersarmut, Religion oder Regionalsport in den Sendungen, ob der Wunsch nach einem Lebensfragen-Format à la Domian oder die ganz persönlichen Anliegen der Stadtteilbewohner - gefragt werden durfte alles.

Neben Sabine Rossbach und NDR 90,3 Programmchef Hendrik Lünenborg waren noch viele Reporter, Redakteure oder Abteilungsleiter vom Hamburg Journal und NDR 90,3 vor Ort, um auf die speziellen Fragen eingehen zu können. Für Gaumenfreuden während des Abends im "Brakula" sorgte zudem Fernseh-Koch Dave Hänsel, der mit seinem speziell kreierten Rotkohl-Kasseler-Gericht den nahenden Frühling mit dem Winter vereinte.

Fragen aus Bramfeld

  • Frage

    Sabine Balser: "Als Hamburger ist man auf den NDR und das "Hamburger Abendblatt" fixiert. Manchmal kann man den Eindruck bekommen, dass das ein Gleichklang ist an Nachrichtenmeldungen. Ich wünschte mir da manchmal mehr Trennschärfe."

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Trennschärfe ist schwierig bei Themen, die uns alle betreffen. Also wenn beispielsweise ein Bürgermeister plötzlich Finanzminister wird, dann können wir nicht sagen: Das hat das 'Hamburger Abendblatt' vor uns gehabt, dann machen wir das nicht mehr. Das heißt, wir müssen immer schauen, was ist das Wichtigste am Tag - und das haben viele Journalisten dann eben auch gleich schnell. Manchmal sind wir schneller, manchmal sind auch die Kollegen vom 'Hamburger Abendblatt' schneller. Also wir haben unterschiedliche Dinge in den Nachrichtenblöcken, aber wir haben viele Dinge, die für Hamburg wichtig sind, natürlich gleich."

  • Frage

    Michael Böss: "Welche Quellen werden eigentlich für die Nachrichten genutzt? Und gibt es noch die Deutsche Presse-Agentur bzw. was bedeutet es, wenn geschrieben steht: Nach Informationen der Funke Mediengruppe?"

  • Antwort

    Hendrik Lünenborg, Programmchef NDR 90,3: "Also es gibt ganz viele Quellen - die beste für das Landesfunkhaus Hamburg sind natürlich die eigenen Reporter und das leisten wir uns auch. Wir haben Reporter in den Bezirksversammlungen, sind auf der Straße unterwegs, in den Bezirken und bringen die Geschichten mit. Dann gibt es natürlich noch die Deutsche Presse-Agentur und auch andere Nachrichtenagenturen, die fortlaufend Meldungen aus der ganzen Welt und aus Norddeutschland auf unsere Computerbildschirme bringen. Und die Funke Mediengruppe und andere Zeitungen versuchen ja auch Geschichten zu recherchieren und Dinge rauszufinden, die sie dann per Pressemitteilung an uns schicken. Und wenn diese Geschichten gut genug sind, dann senden wir sie natürlich auch. Also es gibt eine Vielzahl an Quellen."

  • Frage

    Bärbel Pacholski: "Wonach werden die Moderatorinnen und Moderatoren im Hamburg Journal ausgewählt bzw. die Reporter um 18 Uhr?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Viele Wege können dahin führen. Wir sind immer gewillt, richtige Journalisten zu suchen, die natürlich auch im Fernsehen eine bestimmte Wirkung haben. Das kann nicht jeder, das ist ein großer Stress und man muss die Ruhe bewahren, charmant bleiben und schlagfertig sein, wie beispielsweise unser Kollege Christian Buhk. Jens Riewa wiederum hatte ja schon einen ausgezeichneten Ruf als Moderator der Tagesschau, den mussten wir also nicht mehr ausbilden oder finden, der war ja schon da. Und er hat sich tatsächlich das Hamburg Journal ausgesucht, weil sein Herz daran hängt. Das ist das dritte: Wir brauchen Menschen, die Ahnung, Kompetenz und eine Liebe für Hamburg haben. Also die so sprechen, dass sie von den Hamburgerinnen und Hamburgern verstanden werden. Das ist zum Beispiel auch Julia-Niharika Sen, die das auch schon sehr lange macht. Ebenso Christian Buhk, der im Radio gearbeitet hat - auch das ist ein Weg, um dahin zu kommen - als Radioreporter und Moderator hin zum Fernsehen. Also jemand, der die Sympathien, die wir für die Hamburgerinnen und Hamburger haben, übertragen kann, aber eben auch genauso harte Fragen bei investigativen Interviews stellen kann."

  • Frage

    Rainer Lampe: "Im Hörfunk und Fernsehen sind die meisten Sprecher und Reporter als freie Mitarbeiter beschäftigt. Ich selbst war innerhalb meines Berufslebens immer fest angestellt und stelle es mir problematisch vor, wenn jeder immer wieder darum besorgt sein muss, dass er gut genug und oft genug eingesetzt wird, um sein Geld zu verdienen. Wie ist das?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Im NDR gibt es die sogenannten Festangestellten, meistens sind das Planungsredakteure, und sehr viele freie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen - die übrigens nicht nur für uns arbeiten, sondern auch für andere Rundfunkanstalten wie beispielsweise den WDR oder Radio Bremen - und uns ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Es ist nicht so, dass unsere freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozusagen jeden Tag bettelnd vor der Haustür stehen, sondern wir schätzen die Arbeit dieser Mitarbeiter sehr, weil sie uns helfen eine abwechslungsreiches und gutes Programm zu machen. Das sind eben auch ausgebildete Journalisten, es sind sehr gute Moderatorinnen und Moderatoren, es sind Reporter, Autoren und heutzutage auch VJs, also Videojournalisten, die selbst drehen. Beim NDR ist es so, dass feste freie Mitarbeiter auch mit Verträgen ausgestattet sind. Sie bekommen einen Zuschuss zur Kranken- und Rentenvorsorge sowie zur Arbeitslosenversicherung. Das heißt, sie sind nicht vogelfrei wie es bei manch anderem Betrieb als freier Mitarbeiter ist. Klar ist, dass es immer befristete Verträge sind. Bei uns im Landesfunkhaus gelten die für ein, zwei oder drei Jahre, dann werden sie verlängert oder eben nicht. Die meisten unserer Festanstellungen rekrutieren sich übrigens aus den freien Mitarbeiterschaften von einst. Also es gibt Perspektiven und wir haben sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bis zu 20 Jahren und bis zur Rente bei uns als Freie arbeiten."

  • Frage

    Uwe Gerach: "Wie werden bei der Sommertour von NDR 90,3 und Hamburg Journal die jeweiligen Stadtteile ausgewählt?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhausdirektorin: "Die Sommertour ist ja bereits eine Traditionsveranstaltung. Unser Prinzip ist mittlerweile, dass wir in die sogenannte Peripherie gehen wollen, also nicht in die Hafencity, auf den Rathausmarkt oder nach Eppendorf, wo auch sonst schon jedes Wochenende viel los ist. Sondern wir gehen in Stadtteile, in denen nicht immer so viel los ist, wo sich die Menschen auch freuen, dass wir kommen und wo wir auch Geschichten zu erzählen haben. Denn wir kommen ja nicht nur mit einer Bühne und Musik, sondern wir kommen auch mit einer Stadtteilwette, die dem Spirit und dem Zusammenwachsen im jeweiligen Stadtteil dienen soll. Und wir kommen mit einer Woche voller Informationen aus diesem Stadtteil. Und nun ist es so, dass sich die Stadtteile auch darum bewerben und wir bemühen uns, mit den jeweiligen drei Standorten eine gute Verteilung über die Stadt hinweg zu haben. Außerdem brauchen wir Plätze, die groß genug sind und die Sicherheit bieten. Nichtsdestotrotz versuchen wir auch zukünftig immer wieder neue Stadtteile zu entdecken und neu auf Tour zu gehen."

  • Frage

    Nico Schleifer: "Ob die Hamburg Huskies oder die Hamburg Towers - könnte man nicht mehr Regionalsport im Programm aufnehmen?"

  • Antwort

    Matthias Steiner, Sportchef NDR 90,3: "Hier müssen wir noch einmal zwischen Hörfunk und Fernsehen unterscheiden. Denn im Radio haben wir jeden Sonntag zwischen 18 und 20 Uhr eine Sportsendung, in der genau das stattfindet. Wir sind beim Rollstuhl-Basketball, wir sind in Wilhelmsburg beim Basketball, wir sind im Handball bei jedem Heimspiel live mit dabei, wir sind in Farmsen beim Eishockey - im Grunde genommen sind wir regelmäßig bei allen Mannschaftssportarten dabei und machen auch sehr viel im Bereich der Hamburger Sportvereine, wo wir ganz bewusst auf die Sportarten blicken, die sonst nirgendwo ein Forum finden. Für den 13. Juni planen wir außerdem den Thementag "Hamburg bewegt sich", bei dem wir den ganzen Tag im Programm von NDR 90,3 über Breitensport aus den verschiedensten Stadtteilen berichten werden. Im Hamburg Journal wiederum haben wir eine halbe Stunde Sendezeit am Abend, die neben dem Sport auch die Kollegen aus der Landespolitik oder der Kultur nutzen wollen. Von daher ist da einfach die Zeit ein wenig begrenzter, aber die Bandbreite, die dort abgebildet wird, ist schon ziemlich groß."

  • Frage

    Ursula Preuss: "Könnte es nicht noch mehr Regionalnachrichten aus den einzelnen Stadtteilen geben, vielleicht alle halbe Stunde?"

  • Antwort

    Claudia Bruns, Nachrichtenchefin NDR 90,3: "Regionale Nachrichten liegen uns natürlich grundsätzlich total am Herzen und wir versuchen ja in verschiedenen Programmbereichen auch immer wieder in die einzelnen Stadtteile zu gehen. Wir haben zudem auch Fach-Autoren und Reporter, die für die einzelnen Bezirke zuständig sind und die Stadtteile innerhalb der Bezirke besonders gut kennen. Die Anregung nehme ich aber gerne noch einmal mit, dass wir innerhalb der Meldungen nochmal deutlicher machen, in welchen Stadtteilen sich die Themen abspielen und was für die Menschen dort wichtig ist. Und wir freuen uns natürlich, wenn Sie uns Anliegen aus Ihren Stadtteilen schreiben. Nutzen Sie dafür gern die E-Mail-Adresse: wirsindhamburg@ndr.de."

  • Frage

    Lars Schmidt: "Auf was genau greift die NDR Hamburg App zu und wofür werden diese Datenzugriffe gebraucht?"

  • Antwort

    Ole Adams, Leiter Zentrale Programmaufgaben: "Wir erfassen anonymisierte Nutzungsdaten. Denn wir wollen gerne wissen, was Sie interessiert und wie wir das, was wir in der App anbieten - ob Nachrichten oder den Programm-Livestream - so aufbereiten können, dass es für Sie einfach sehr schnell zu finden ist. Das ist der Hintergrund. Weil wir das Produkt weiterhin optimieren und mit jedem Update das Handling für Sie vereinfachen wollen. Und als Ergänzung zum Thema Datenschutz: Personenbezogene Daten, also Name, Adresse etc., das sind alles Dinge, die wir in diesem Zusammenhang nicht speichern, sondern nur sehr anonymisiert damit umgehen. Es gibt zudem in der App einen Bereich "Datenschutz", da finden Sie ein umfangreiches Angebot - auch mit einem Link dahinter - wo dann sehr genau erklärt wird, auf welche Daten wir zugreifen."

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"Dieser Abend war wirklich toll"

Am Ende der etwa dreistündigen Veranstaltung sah man in viele zufriedene Gesichter. "Auch wenn vielleicht die eine oder andere Kritik am Sender besteht", bringt es Elke Rohlf aus Bramfeld auf den Punkt, "aber dieser Abend war wirklich toll." Sabine Rossbach zeigte sich nach dem Abend im "Brakula" ebenso zufrieden: "Das war eine sehr schöne, sympathische Veranstaltung mit kritischen Fragen, wohlwollendem Feedback und vielen Anregungen für unser Programm, denen wir nun nachgehen werden", so die Landesfunkhausdirektorin.

Fortsetzung folgt ...

Nach einem vielversprechenden Auftakt in Schnelsen und diesem gelungenen Abend in Bramfeld soll die Veranstaltungsreihe "Vor Ort" deshalb auch gerne fortgesetzt werden, so Rossbach. Die beiden nächsten Male sind dann Hamburgerinnen und Hamburger in Osdorf und Billstedt dazu eingeladen, ihre Fragen zum Programm von NDR 90,3 und Hamburg Journal zu stellen.

Weitere Informationen
60:57

Veranstaltungs-Mitschnitt "Vor Ort in Bramfeld"

Bei "Vor Ort in Bramfeld" hatten Hamburgerinnen und Hamburger die Gelegenheit mit den Programmmachern und Verantwortlichen von NDR 90,3 und Hamburg Journal ins Gespräch zu kommen. (28.02.2019) Video (60:57 min)

03:52

Der NDR beantwortet Ihre Fragen in Bramfeld

Das Hamburg Journal und NDR 90,3 haben ins Brakula in Bramfeld eingeladen, um mit Zuschauern und Zuhörern ins Gespräch zu kommen und Fragen zum Programm zu beantworten. (28.02.2019) Video (03:52 min)

Wir bei Ihnen. Wir über uns

Bei der Veranstaltung "Vor Ort" laden wir Sie ein, Verantwortliche und Programmmacher von NDR 90,3 und Hamburg Journal persönlich zu treffen und Ihre Fragen zu stellen. mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 01.03.2019 | 06:20 Uhr

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