Stand: 23.08.2019 01:08 Uhr

Vor Ort in Billstedt: Musik liegt in der Luft

Bei der vierten Ausgabe der Veranstaltungsreihe "Vor Ort" haben Hamburgerinnen und Hamburger am Donnerstagabend in Billstedt wieder Gelegenheit gehabt, die Programmmacher und Verantwortlichen von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal persönlich zu treffen und mit ihnen auf Augenhöhe über das Angebot und die Arbeit des Landesfunkhauses Hamburg zu diskutieren.

Eindrücke von "Vor Ort in Billstedt"

Was sie sich von der Veranstaltung erhoffe, fragte Hamburg Journal Moderatorin Julia-Niharika Sen Landesfunkhausdirektorin Sabine Rossbach. "Wir möchten gerne mit möglichst vielen Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespräch kommen und natürlich auch mit Hörerinnen und Hörern von NDR 90,3. Wir möchten wissen, was Sie bewegt, wir möchten wissen, was Ihnen an uns gefällt und wir möchten wissen, was wir besser machen können", so Rossbach. Das klappe besonders gut im direkten Gespräch.

Lünenborg: "Ich bin froh, dass wir hier sind"

Billstedt sei einer der vielfältigsten Stadtteile, die es in Hamburg gebe, ergänzte NDR 90,3 Programmchef Hendrik Lünenborg. "Ich bin froh, dass wir hier sind. Wir haben ja jeden Tag Menschen bei uns zu Gast, die zu Führungen kommen. Im vergangenen Jahr waren mehr als 5.000 Besucher da, mit denen wir ins Gespräch kamen." Es jetzt einmal umgekehrt zu machen und zu den Menschen in den Stadtteil zu kommen, sei auch mal eine schöne Geste, so Lünenborg. Das sei auch eine Bereicherung für das Programm: "Wir bekommen Themen von den Menschen aus dem Stadtteil mit auf den Weg und sind dem Stadtteil nähergekommen. Einige der Themen seien auch schon umgesetzt worden, sagte der Programmchef.

Die Moderatorin Julia-Niharika Sen vor Ort in Billstedt, mit Gästen im Hintergrund

Vor Ort in Billstedt: Wir bei Ihnen

Das Hamburg Journal und NDR 90,3 waren zu Gast im Kulturpalast in Billstedt. Wir wollten von Ihnen wissen, was wir besser machen können und was Sie an unseren Programmen schätzen.

5 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Musik bleibt das wichtigste Thema

Es gab an diesem Abend viele Anregungen für das Programm, Fragen und auch Wünsche, wie zum Beispiel die Wiedereinführung eines "Tages der offenen Tür", eine regelmäßige Sendung über den Starclub bei NDR 90,3 oder einen Film darüber, wie Beiträge im Hamburg Journal entstehen.

Bild vergrößern
NDR 90,3 Musikchef Rudi Druve sorgt mit seinem Team für den optimalen Musikmix im Programm.

Die Musik bei NDR 90,3 ist und bleibt ein thematischer Dauerbrenner. Ob die Moderatoren die Musik selbst aussuchen, wollte ein Besucher wissen. "Ganz klar nein", sagte NDR 90,3 Musikchef Rudi Druve. "Auch wenn es immer heißt, dass die Musik bei Carlo von Tiedemann immer am besten ist. Auch Carlo bekommt die Musik von uns vorgesetzt." Von Thorsten Morgenstern gab es Lob für die stimmige Musikauswahl. Er bedankte sich, dass er stundenlang NDR 90,3 hören kann, ohne dass ihm dabei langweilig werde. Das freute Rudi Druve und Hendrik Lünenborg zwar. Sie wüssten aber auch, dass die Musik häufig zu kontroversen Diskussionen führe. "Die Musik ist das, worüber wir am meisten sprechen, auch mit den Menschen, die zu uns zu den Führungen kommen", sagte der NDR 90,3 Programmchef. Man sende ja für alle Hamburger und da sei es nicht ganz einfach, die Musik immer so auszusuchen, dass möglichst viele daran Gefallen finden. "Ich weiß, dass es aber auch Menschen gibt, deren Musikgeschmack wir nicht so richtig treffen. Das ist ein Spagat, mit dem wir leben müssen", fügte Lünenborg hinzu.

Stadtreporterin Anna Rüter fragt nach

Bild vergrößern
Die Bierdeckel-Fragen sind bei Menschen beliebt, die nicht so gern im Rampenlicht stehen.

NDR 90,3 Stadtreporterin Anna Rüter war an diesem Abend zuständig dafür, die Fragen der Besucherinnen und Besucher einzufangen. Nicht nur während der Live-Sendung für die 18-Uhr-Ausgabe des Hamburg Journals und zur offenen Dialogrunde, sondern auch im Anschluss suchte sie aktiv das Gespräch und sammelte Bierdeckel ein, auf denen anonym Fragen gestellt werden können. "Ich höre jeden Tag 90,3 und bin total begeistert", steht auf ihrem Lieblings-Bierdeckel. "Den pinne ich mir über den Schreibtisch", sagte Rüter begeistert.

Fragen aus Billstedt

  • Frage

    Thorsten Morgenstern: "Wie bringt ihr diese Abwechslung ins musikalische Programm. Das können doch keine Maschinen machen, das müssen doch musikbegabte Menschen sein?"

  • Antwort

    NDR 90,3 Musikchef Rudi Druve: "In der Tat steckt in der Zusammenstellung der Musik ganz viel Liebe und auch ganz viel Musikherz. Manchmal ist es so, dass uns auch was daneben geht. Da klingt dann ein Übergang mal nicht so schön. Aber ich finde auch, dass wir vieles schon sehr ordentlich machen. Wir versuchen, mit den Elementen, die dazwischen gesendet werden - den sogenannten Jingles - und natürlich mit den Unterlegbetten, ein harmonisches Klangbild zu erzeugen. Natürlich gilt das auch für die Musikzusammenstellung. Wir prüfen ganz genau, welche Titel unsere Zielgruppen mögen. Das wird auch in Musiktests abgefragt. Die Ergebnisse bekommen wir dann auf den Tisch und versuchen dann entsprechend ein harmonisches Programm zu machen. Wenn uns das gelingt, dann freuen wir uns sehr darüber. Wenn nicht, dann üben Sie gerne Kritik. Wir freuen uns auf jede Anregung."

  • Frage

    Frau Stein: "Warum ist die Musik bei der Berichterstattung immer so laut?"

  • Antwort

    Sabine Rossbach, Landesfunkhauschefin: "Musik gehört zum Fernsehen. Sie verstärkt Situationen und Bilder, deshalb gehört Musik unter Fernsehbeiträge. Aber es ist tatsächlich so, dass man eine gute Mischung finden muss, dass man das Wort und die Atmosphäre, die man zum Beispiel auf der Straße einfängt, noch hören kann. Deshalb ist im Hamburg Journal die Musik relativ sparsam eingesetzt. Im Hörfunk ist es etwas anders. Da versuchen wir, mit einem Musikbett einen Sound und einen Musikfluss hinzubekommen. Es ist allerdings so, dass die Musik häufig als zu laut empfunden wird, zum Beispiel nach Verkehrsnachrichten. Wir arbeiten daran, die richtige Mischung zu finden."

  • Frage

    Gerd Imholz: "Bei bestimmten Titeln wird das Ende ausgeblendet, der Titel wird nicht ausgespielt. Bei den Beach Boys wird zum Beispiel in einem Song der musikalische Höhepunkt abgeschnitten. Warum ist das so?"

  • Antwort

    Hendrik Lünenborg, NDR 90,3 Programmchef: "Musikalische Höhepunkte sollten im Programm stattfinden, das ist richtig. Ab und zu passiert es leider, das Titel nicht ganz ausgespielt werden. Die Blenden werden händisch gefahren, von den Moderatoren. Das ist nicht immer ganz leicht. Denn die Titel müssen pünktlich zu Ende sein, wenn zum Beispiel die Nachrichten beginnen. Der Computer hilft da ein bisschen beim Rechnen. Aber es kann trotzdem sein, dass ein Titel nicht ganz ausgespielt werden kann. Das ist auch meine Vorgabe, denn um 12 Uhr müssen die Nachrichten pünktlich beginnen, da kann der Moderator nicht überziehen."

  • Frage

    Gerd von Borstel: "Warum sind die Beiträge nur ein Jahr lang abrufbar? In anderen Ländern dürfen die Beiträge wesentlich länger online sein."

  • Antwort

    Landesfunkhauschefin Sabine Rossbach: "Das hat mit Urheberrechten und Lizenzen zu tun, dass wir das nicht dürfen. Wir würden gerne jeden Beitrag unbegrenzt in der Mediathek stehen lassen." Hendrik Lünenborg, Programmchef NDR 90,3 ergänzt: "Es gibt bestimmte rechtliche Einschränkungen und es war auch eine Entscheidung der Politik, dass bestimmte Beiträge gar nicht mehr in die Mediathek dürfen. Auch hat es damit zu tun, dass wir uns im Wettbewerb mit Verlagen auseinandersetzen müssen und dabei wurde die Verweildauer der Beiträge fürs Internet eingeschränkt. Es gibt wieder ein paar Lockerungen, weil verstanden wurde, dass viele Menschen die Beiträge eben dann nutzen wollen, wenn sie es zeitlich schaffen. Die Zahl der Mediatheksnutzer steigt ständig. Da müssen wir noch mal ran, aber alles haben wir nicht in der Hand. Der NDR ist Gesetzen unterlegen."

  • Frage

    Alex Wilke: "Für das Fernsehen gibt es eine App, mit der man nach Beiträgen suchen kann. Gibt es das auch für Audio?"

  • Antwort

    Hendrik Lünenborg, Programmchef NDR 90,3: "Es gibt die ARD-Audiothek, da können Sie die Beiträge nach Kategorien suchen. Die sollten Sie sich mal angucken, denn die programmliche Vielfalt zwischen Flensburg und München ist schon enorm. Da hat man einen guten Überblick. Das ist ganz einfach zu bedienen und kostenlos. NDR 90,3 bietet auch eigene Podcasts an, die können Sie abonnieren und finden diese auch in der Mediathek. Dort kann man ebenfalls nach Schlagwörtern suchen."

  • Frage

    Rainer Lampe: "Bei NDR 90,3 sind in letzter Zeit relativ viele neue Mitarbeiter dazugekommen. Ich finde, das dauert immer relativ lange, bis die vorgestellt werden. Warum ist das so?"

  • Antwort

    Hendrik Lünenborg, NDR 90,3 Programmchef: "Da treffen Sie einen wunden Punkt. Es ist so, dass wir die Seite tatsächlich gerade überarbeiten. Wir machen das aus gutem Grund, Sie sollen schon wissen, wer bei uns arbeitet. Wir haben da immer eine kleine Zeitverzögerung drin, das stimmt. Aber Sie können sich sicher sein, dass alle, die auf der Internetseite "Wir über uns" noch fehlen, dort in den nächsten Wochen zu finden sind."

zurück
1/4
vor

Kleine Stärkung vom Fernsehkoch

Neben Sabine Rossbach und Hendrik Lünenborg waren noch viele weitere Reporter, Redakteure oder Abteilungsleiter vom Hamburg Journal und NDR 90,3 vor Ort und beantworteten am Donnerstagabend gerne die Fragen der Besucherinnen und Besucher. Hamburg Journal Koch Dave Hänsel war natürlich auch dabei und sorgte für das leibliche Wohl. Er reichte einen köstlichen Nudelsalat, den er schon einmal einige Tage zuvor auf dem Markt in Billstedt zubereitet hatte. Für die Veranstaltung wählte er allerdings die vegetarische Variante. "Schön knackig, genau das richtige für so einen herrlichen Sommertag", sagte er.

Ein Gewinn für beide Seiten

Ulf Ansorge war begeistert von den Rückmeldungen an diesem Abend. Der Moderator ist ständig mit den Menschen im Kontakt. "Die meisten Menschen, die uns anrufen oder mailen, sind positiv. Wir merken, dass wir wahnsinnig viel richtig machen." Wenn Kritik komme, sei sie häufig konstruktiv, so Ansorge. "Wir freuen uns aber immer auf Ihre Anregungen, denn darauf sind wir auch angewiesen. Sie sehen natürlich draußen mehr als wir. Wir nehmen Ihre Anliegen ernst!" Er habe schon wieder viele Ideen für die kommenden Sendungen im Gepäck, sagte Ansorge zum Ende des Abends.

Weitere Informationen
03:10
Hamburg Journal

Der NDR - vor Ort in Billstedt

Hamburg Journal

Landesfunkhausdirektorin Sabine Rossbach und der Programmchef von NDR 90,3 Hendrik Lünenborg stellen sich in Billstedt den Fragen der Zuschauer und Hörerinnen. Video (03:10 min)

NDR 90,3

NDR 90,3 und Hamburg Journal: Fragen und Antworten

NDR 90,3

Neben Lob und Kritik erreichen uns auch viele Fragen rund um NDR 90,3, das Hamburg Journal und die NDR Hamburg App. Wir haben die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengefasst. mehr

NDR 90,3

Wir bei Ihnen. Wir über uns

NDR 90,3

Bei der Veranstaltung "Vor Ort" laden wir Sie ein, Verantwortliche und Programmmacher von NDR 90,3 und Hamburg Journal persönlich zu treffen und Ihre Fragen zu stellen. mehr

NDR 90,3

Führungen durch die Studios von NDR 90,3

NDR 90,3

Wollten Sie schon immer einmal wissen, wie und wo Ihr Radioprogramm NDR 90,3 entsteht? Dann besuchen Sie uns doch einfach und schauen einmal hinter die Kulissen von NDR 90,3. mehr

NDR 90,3

Die Gesichter von NDR 90,3

NDR 90,3

Der schönste Musikmix der Stadt, dazu alle Informationen aus Hamburg und der Welt - NDR 90,3 ist das Stadtradio mit Reportagen, Interviews und Unterhaltung! Die Redaktion stellt sich vor. mehr

Hamburg Journal

Das Hamburg Journal stellt sich vor

Hamburg Journal

Das Hamburg Journal - täglich live aus dem Studio in Lokstedt und immer mit den wichtigsten Ereignissen zwischen Alster, Bille und Elbe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 22.08.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:01
Hamburg Journal
02:30
Hamburg Journal
02:11
Hamburg Journal