Stand: 20.01.2020 17:05 Uhr

Vonovia verliert vor dem Hamburger Landgericht

Der Wohnungskonzern Vonovia hat vor dem Hamburger Landgericht eine Niederlage erlitten. Eine Mieterin hatte gegen eine Mieterhöhung des Konzerns geklagt und nun auch in zweiter Instanz Recht bekommen. Schon in der Vorinstanz, vor dem Amtsgericht Blankenese, hatte sie gewonnen.

Ihre Wohnung im Nagelshof in Hamburg-Rissen war wärmegedämmt und auch saniert worden - eine von 650 der Vonovia allein in dem Stadtteil. Sanierungen wie das Reparieren von Rissen in der Fassade dürfen nicht auf die Miete umgelegt werden. Genau das befürchtete die Mieterin jedoch und zog vor Gericht.

Gericht weist Mieterhöhung zurück

Das Landgericht wies die Mieterhöhung von monatlich 113 Euro nun zurück. Der Grund: Vonovia hatte die Kosten nicht sauber aufgeschlüsselt. Die umlagefähigen Kosten der Modernisierung und die nicht umlagefähigen Kosten der Sanierung konnten darum nicht richtig zugeordnet werden.

Mieterverein: Effekt für viele Mieter

Das ist offenbar kein Einzelfall, so ein Sprecher vom Mieterverein Hamburg. Die Entscheidung habe wegweisende Wirkung für rund 3.000 Vonovia-Haushalte in Hamburg, die seit 2015 höhere Mieten nach Modernisierungen zahlen mussten, so der Sprecher weiter. Sein Appell: Mieterhöhungen sollte man prüfen lassen, zu hohe Mieten würden rückerstattet werden.

Der Wohnungskonzern prüft die Entscheidung noch und äußerte sich nicht zu dem Fall.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.01.2020 | 15:00 Uhr

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