Stand: 21.05.2019 11:56 Uhr

Vierfache Mutter getötet: Ehemann vor Gericht

Knapp sechs Monate nach den tödlichen Messerstichen auf eine vierfache Mutter im Hamburger Stadtteil Altona-Nord hat am Dienstag der Prozess gegen den Ehemann begonnen. Der 50-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er seine von ihm getrennt lebende Frau am frühen Morgen des 5. Dezember 2018 in ihrer Wohnung aufgesucht haben, um dort etwas abzuholen. In der Wohnung in einem Hochhaus in der Eckernförder Straße habe sich ein Streit entwickelt, bei dem die 42-jährige Frau ihm vorgehalten habe, er sei kein richtiger Mann. Daraufhin soll der Angeklagte zu einem mitgeführten Messer gegriffen und die Frau tödlich verletzt haben.

Sohn fand leblose Mutter

Die 42-Jährige war nach Angaben der Polizei blutüberströmt von ihrem damals elfjährigen Sohn gefunden worden. Sie lag leblos im Schlafzimmer der Wohnung. Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau 50 Schnitt- und Stichverletzungen im Gesicht, am Hals und am Oberkörper. Die Polizei nahm den Ehemann noch am Abend der Tat an seiner Wohnung im Stadtteil Dulsberg fest.

Der 50-Jährige ist ein großgewachsener Mann, blond, blass, randlose Brille. Auffällig ist nur das grobkarierte Holzfällerhemd, das er zum Prozessauftakt trägt. Vor der Polizei hatte er bereits gestanden, seine Frau erstochen zu haben. Der Angeklagte ist auch der Vater von zweien der vier Kinder der Frau. Alle Kinder sind Nebenkläger im Prozess, waren persönlich bei Prozessauftakt aber nicht im Gericht.

Offenbar schon früher Angriffe

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Mahnwache: Vertreterinnen von Hamburger Frauenhäusern erinnern an das Opfer.

Der Angeklagte hatte seine Ehefrau offenbar auch zuvor schon attackiert. Gegen ihn lag eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung vor, weil er seine Frau vor zwei Jahren mit einem Elektroschocker angegriffen und gewürgt haben soll. Wegen der gewaltsamen Angriffe hatte die 42-Jährige vorübergehend in einem Hamburger Frauenhaus gelebt.

Zu Prozessbeginn erinnerten Vertreterinnen von Frauenhäusern mit einer Mahnwache an das Opfer. Sie äußerten ihr Unverständnis darüber, dass der 50-Jährige nicht des Mordes angeklagt wurde. Wegen der vorherigen gewaltsamer Angriffe sei das Opfer nicht mehr arglos gewesen, sagte ein Gerichtssprecher erläuternd zur Anklage. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt, wahrscheinlich mit der Aussage des Angeklagten. Das Landgericht hat weitere Verhandlungstermine bis Ende Juli geplant.

Weitere Informationen

Drama in Altona: Vierfache Mutter getötet

In einer Wohnung in Hamburg-Altona ist eine vierfache Mutter getötet worden. Die Mordkommission geht von einer Beziehungstat aus. Gegen den Mann der 42-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. (06.12.2018) mehr

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.05.2019 | 12:00 Uhr

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