Viele lassen sich beim verkaufsoffenen Sonntag impfen

Stand: 09.08.2021 06:40 Uhr

Viele Geschäfte und Einkaufsmeilen haben sich am verkaufsoffenen Sonntag beteiligt. Der Einzelhandel versuchte, trotz Corona-Regeln den Umsatz anzukurbeln. Und: In einigen Einkaufszentren konnte man sich auch spontan gegen Corona impfen lassen.

Die Corona-Impfung ohne Termin bekam man beispielsweise in den Harburg Arcaden, dem Alstertal Einkaufszentrum in Poppenbüttel sowie der Hamburger Meile in Barmbek. In den Harburg Arcaden wurde das Angebot sehr oft wahrgenommen. Mehrere hundert Meter lang war dort zeitweise die Schlange vor dem Impfzentrum. Centermanager Sevket Demir war zufrieden. "Wir sind überwältigt. Wir hatten schon mit einem guten Andrang gerechnet", so Demir. Dass so viele Leute kamen, sei aber "der helle Wahnsinn" gewesen. Am Ende erhielten hier insgesamt 250 Impflinge ihre Spritze.

Zwei Impfstoffe im Angebot

Auch die anderen Impfangebote in Poppenbüttel und in Barmbek wurden gut angenommen. Und das freut nicht nur diejenigen, die geimpft wurden, sondern auch die Politik. Wir brauchen mehr und häufiger solche Angebote, heißt es aus dem Rathaus. Verabreicht wurde entweder der Impfstoff von Johnson&Johnson oder der von Biontech. Die zweite Biontech-Spritze gibt es dann am kommenden verkaufsoffenen Sonntag am 5. September. Beim Impfstoff von Johnson&Johnson ist ja nur eine Dosis notwendig.

Zufriedenheit beim Handel

Die Einzelhändler zeigten sich - trotz des durchwachsenen Wetters - überwiegend zufrieden mit dem verkaufsoffenen Sonntag. Vor allem die größeren Bekleidungsgeschäfte mussten Platz schaffen im Lager und ihre Ware günstig unter die Kundinnen und Kunden bringen. Und das gelang vielfach auch ganz gut.

In diesem Jahr sind noch drei weitere verkaufsoffene Sonntage geplant. Neben dem erwähnten 5. September auch am 10. Oktober und 7. November.

Forderung nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen

Der Hamburger FDP-Vorsitzende Michael Kruse fordert sogar, dass bis zum Jahresende an jedem zweiten Sonntag Geschäfte öffnen dürfen. Der Einzelhandel habe unter den Corona-Maßnahmen stark gelitten, so Kruse. Mehr offene Sonntage würden helfen, damit die Branche schnell wieder auf eigene Beine komme.

Ein wenig Optimismus

Insgesamt ist bei den Händlerinnen und Händlern inzwischen etwas Optimismus zurückgekehrt, auch wenn dieses Jahr alles nach einem weiteren Umsatzrückgang aussieht, fasst Brigitte Nolte vom Einzelhandelsverband Nord die Lage zusammen. Der Umsatzrückgang liegt laut Verband in der ersten Jahreshälfte bei 30 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Erwartung für die zweite Jahreshälfte liegen bei minus 15 Prozent.

Shoppen im Nachbarland

Die weniger strengen Corona-Regeln in Schleswig-Holstein sorgen demnach dafür, dass vor allem Kundinnen und Kunden aus dem Hamburger Norden lieber im Nachbarland shoppen oder ins Restaurant gehen.

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Kunden in einem Hamburger Einkaufszentrum. © NDR Foto: Karsten Sekund

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.08.2020 | 08:00 Uhr

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