Viele Hamburger Bezirke verfehlen Baugenehmigungsziel

Stand: 29.12.2020 06:14 Uhr

In Hamburg ist die Zahl der Baugenehmigungen im Wohnungsbau kräftig gesunken. Der Rückgang beträgt rund 20 Prozent. Es ist sogar fraglich, ob der Senat sein Ziel von 10.000 Genehmigungen erreicht.

Die neueste Zahl stammt von Ende November: 8.800 Baugenehmigungen lagen bis dahin vor. Es wird also knapp mit den angestrebten jährlichen 10.000 - erstmals seit fünf Jahren. Das ist ein Rückschlag für Hamburgs erfolgsverwöhntes Wohnungsbauprogramm zur Mietendämpfung.

Mehr Proteste, weniger Grundstücke

Der Bezirk Altona beispielsweise schafft dieses Mal nur 1.000 Genehmigungen. "Wir haben unser Soll von 1.500 Wohnungen nicht erreichen können", räumt Amtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) ein. Das hätte nichts mit Corona zu tun gehabt, es hätte einfach sehr viele Widrigkeiten gegeben, die den Bezirk in seinen Baugenehmigungszahlen eingeschränkt hätten - etwa lückenhafte Bauunterlagen. Fakt ist aber auch, dass Bauprüfabteilungen langsamer arbeiten. Außerdem gibt es immer mehr Anwohnerproteste gegen Neubauten und zugleich immer weniger Grundstücke.

Auch Baubehörde kommt nicht auf angestrebte Zahlen

Auch Hamburg-Mitte verfehlt die vereinbarten Baugenehmigungen um mehrere hundert. Anders hingegen in den Bezirken Nord und Eimsbüttel, dort wird mehr gebaut als geplant. Besonders unangenehm für die Baubehörde: In Gebieten wie der Hafencity, wo sie und nicht die Bezirke zuständig ist, schafft sie nicht mal halb soviele Baugenehmigungen wie vereinbart.

Ehrgeizige Ziele vom Bündnis fürs Wohnen

Im Jahr 2011 wurde das Bündnis fürs Wohnen geschlossen - beteiligt sind der Hamburger Senat, Verbände der Wohnungswirtschaft, das städtische Wohnungsunternehmen Saga und Mietervereine beteiligt. 2016 erneuerte der Senat das Bündnis mit dem Ziel, jedes Jahr Baugenehmigungen für mindestens 10.000 Wohnungen zu erteilen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.12.2020 | 06:00 Uhr

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