Stand: 18.02.2020 15:50 Uhr

Vergewaltigungsvorwürfe: Freispruch für 26-Jährigen

Das Hamburger Landgericht hat am Dienstag einen Mann freigesprochen, der wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung angeklagt war. Im Prozess ging die Staatsanwaltschaft aus, dass der 26-Jährige Taxifahrer war und eine Kundin zum Sex gezwungen hatte. Er hatte die 21-Jährige auf der Reeperbahn mitgenommen und statt zum Hauptbahnhof ins Hafengebiet gefahren. Zum Prozessabschluss gab es zwei Überraschungen.

Richter bezeichnet Urteil als unbefriedrigend

Das Gericht zeigte sich zwar davon überzeugt, dass der Angeklagte gegen den Willen der Frau Geschlechtsverkehr mit ihr hatte. Die Richter folgten aber dem Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten. Der 26-Jährige habe womöglich nicht erkannt, dass die 21-Jährige keinen Sex mit ihm haben wollte. An die Frau gerichtet sagte der Vorsitzende Richter, das Urteil sei unbefriedigend, aus rechtsstaatlichen Gründen sei dies aber nicht anders möglich gewesen.

Angeklagter war kein Taxifahrer

Überraschend stellte sich zum Prozessende außerdem heraus, dass der Angeklagte - anders als zuvor vermutet - gar kein Taxifahrer ist. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass er die Frau im Taxi mitgenommen hatte. Stattdessen hatte sie an jenem frühen Morgen auf der Reeperbahn nur geglaubt, in ein Taxi gestiegen zu sein. "Fahren Sie mich zum Hauptbahnhof?", hatte sie den Fahrer gefragt. Und der hatte "ja" gesagt. Dies hatte er auch im Ermittlungsverfahren eingeräumt, die Vergewaltigung aber bestritten.

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Vorwurf der Vergewaltigung: Taxifahrer vor Gericht

Vor dem Hamburger Landgericht hat ein Vergewaltigungsprozess gegen einen Taxifahrer begonnen. Er soll eine junge Frau in seinem Taxi zum Sex gezwungen haben. (20.01.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.02.2020 | 16:00 Uhr

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