Das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Vattenfall stoppt vorerst Rückbau des Kraftwerks Moorburg

Stand: 28.02.2022 21:15 Uhr

Der Energiekonzern Vattenfall hat die Vorbereitungen für den Rückbau des Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg wegen des Ukraine-Russland-Kriegs vorerst gestoppt.

Vattenfall betonte gegenüber dem Hamburg Journal, dass der Konzern nicht beabsichtige, Moorburg wieder in Betrieb zu nehmen, solange die Bundesregierung beziehungsweise die Bundesnetzagentur dies nicht verlangten. Ziel des Stopps sei es aber, die Situation zu bewerten und Optionen für ein Szenario offen zu halten, in dem Gaslieferungen aus Russland nach Deutschland möglicherweise eingestellt würden, so ein Sprecher.

Rückbau bis Mitte März zurückgestellt

Vattenfall erklärte, dass der Konzern "einige Maßnahmen, die den Rückbau des Kraftwerks vorbereiten, bis Mitte März zurückgestellt" habe, um die Situation beurteilen zu können. Gleichzeitig betonte der Sprecher: "Sollte keine Anfrage von der Bundesregierung beziehungsweise der Bundesnetzagentur eingehen, wird Vattenfall die Vorbereitungen für den Rückbau wie geplant fortsetzen."

Von 2015 bis 2021 in Betrieb

Das Kraftwerk war im Juli 2021 nach knapp sechseinhalb Jahren in Betrieb vom Netz gegangen. Für Vattenfall war das Kraftwerk von Anfang an ein Fiasko. Denn es führte zu einem politischen und juristischen Dauerstreit.

Eines der modernsten und effizientesten Kohlekraftwerke

Verschärfte Umwelt-Anforderungen, nachträgliche Bauauflagen sowie Material-Probleme bei Zulieferungen verteuerten das Projekt letztlich auf rund drei Milliarden Euro. Moorburg war eines der modernsten und effizientesten Kohlekraftwerke in Deutschland und sollte eigentlich bis 2038 am Netz bleiben.

Als eines der größten Kraftwerke Europas konnte es mit seinen zwei Kraftwerksblöcken mit jeweils 827 Megawatt Leistung technisch elf Terawattstunden Strom im Jahr erzeugen. Das sind elf Milliarden Kilowattstunden und entspricht fast dem Stromverbrauch Hamburgs.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.02.2022 | 19:30 Uhr

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