Stand: 19.10.2019 07:56 Uhr

Uni-Tumulte: Lucke widerspricht AStA-Vorwürfen

Bild vergrößern
Lucke hatte nach dem Tumulten im Hörsaal Platz genommen - laut AStA eine Provokation statt Deeskalation.

Die Rückkehr von AfD-Mitbegründer Bernd Lucke an die Universität Hamburg und damit verbundene Proteste sorgen weiter für Diskussionen. Die Studierendenvertretung AStA erhob Vorwürfe gegen Lucke: "Die sowieso schon angespannte Situation wurde insbesondere noch einmal angeheizt, als Bernd Lucke das Podium verließ und zwischen Studierenden im Auditorium Platz nahm", heißt es in einer Mitteilung, die der AStA veröffentlichte. "Dieses Verhalten hat nicht zu einer Deeskalation geführt, sondern vielmehr als Provokation auf die Protestierenden gewirkt." Er habe die Studierenden als Schutz benutzt.

Lucke: AStA macht Opfer zu Tätern

Lucke warf dem AStA daraufhin am Sonnabend vor, die Vorfälle zu verklären. Die Studierendenvertretung entziehe sich ihrer Verantwortung, indem sie in grotesker Weise die Opfer zu Tätern mache. Ein Gespräch nur mit den Vertretern des AStA sei auf dieser Basis nicht sinnvoll, so Lucke. "Wenn der AStA aber eine Veranstaltung organisiert, die für alle Studierenden geöffnet ist, werde ich gerne die Kritik des AStA widerlegen und allen Fragestellern Rede und Antwort stehen."

AStA bekommt Hassmails

Der AStA betonte, zu den Störungen am Mittwoch in einem Hörsaal nicht aufgerufen zu haben. Das werde von vielen Seiten falsch dargestellt, man erhalte Drohungen und Hassmails. Der AStA habe alle Anstrengungen unternommen, die Situation zu beruhigen, erklärten die Verantwortlichen.

Lucke war bei der ersten Vorlesung nach seiner Rückkehr an die Universität als "Nazi-Schwein" beschimpft, körperlich bedrängt und am Reden gehindert geworden. Ob es sich bei den Störern überwiegend um Angehörige der Universität handelte, wurde in dem überfüllten Raum mit Studierenden, Journalisten, Aktivisten und Neugierigen nicht klar.

Am Donnerstag hatte sich Lucke mit drei Vertretern des AStA sowie mit Universitätspräsident Dieter Lenzen getroffen, um über die Vorfälle zu sprechen. Dabei sei Einvernehmen über die Tatsachen der Ereignisse des Vortags erzielt worden, hieß es anschließend. Der AStA wiederholte dieses Fazit, machte aber keine konkreten Angaben, was in dem Gespräch vereinbart wurde.

Weitere Informationen

Diskussionen nach Luckes Uni-Rückkehr

Die Bürgerschaftsfraktionen haben unterschiedlich auf die Proteste in der Vorlesung von AfD-Mitbegründer Lucke reagiert. Die Wissenschaftsbehörde schob nach Kritik eine zweite Stellungnahme nach. (17.10.2019) mehr

Uni Hamburg: Protest gegen Lucke-Rückkehr

AfD-Mitgründer Bernd Lucke wollte an der Universität Hamburg die erste Vorlesung nach seiner Rückkehr als Professor halten. Doch es kam zu massiven Protesten im Hörsaal. (16.10.2019) mehr

Lucke lehrt wieder an Universität Hamburg

AfD-Gründer und Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke kehrt an die Uni Hamburg zurück. Nach mehrjähriger Pause will er ab Oktober wieder lehren. Beim AStA stieß der Schritt auf Kritik. (30.07.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.10.2019 | 11:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:01
Hamburg Journal
02:30
Hamburg Journal
02:11
Hamburg Journal