Das Corona-Impfzentrum in den Messehallen. © NDR Foto: Arman Ahmadi

Umstrittene Firma organisiert Hamburger Impfzentrum

Sendedatum: 13.01.2021 14:00 Uhr

Hamburgs Impfzentrum organisiert eine Firma, gegen deren Mitarbeiter wegen Betrugs ermittelt wird. Die Linke bezeichnet den Auftrag als schweren Fehler von Gesundheitsbehörde und Kassenärztlicher Vereinigung.

Die Alanta Health Group ist ein großer Pharma-Hersteller und Gesundheitsdienstleiter aus Hamburg mit rund 1.000 Mitarbeitern. In die Schlagzeilen geriet sie vor einem Jahr bei einer Großrazzia mit 480 Polizisten. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt eine Tochterfirma, Ärzte bestochen zu haben, damit diese bei drei Apotheken teure Krebsmedikamente bestellten. Alanta weist die Vorwürfe zurück. Eine Unternehmenssprecherin sagt dazu: "Wir stehen mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung. Wir sind überzeugt, dass sich die Vorwürfe im Rahmen der weiteren Untersuchungen als haltlos erweisen."

Tatsächlich wurde bis heute keine Anklage erhoben. Beim schnellen Aufbau des Hamburger Impfzentrums bekam Alanta einen Auftrag. Nach Informationen von NDR 90,3 ist der Alanta-Personalchef operativer Leiter des Zentrums, vier Kollegen beraten es. Der Linken-Politiker Deniz Celik sagt, es sei unfassbar, dass Hamburg bei den Betrugsvorwürfen Alanta beauftrage. Die für den Auftrag zuständige Kassenärztliche Vereinigung wusste von den Ermittlungen. Doch ihr Vorsitzender Walter Plassmann erklärt NDR 90,3: "Ich habe keinerlei Verständnis für die Vorwürfe. In Deutschland gilt noch immer die Unschuldsvermutung." Alanta habe besonderes Wissen für ein Impfzentrum. "Für die Pionierarbeit, ein Impfzentrum in dieser Größenordnung ans Laufen zu bringen, war Expertise aus den Bereichen Pharmazie, Labor, Logistik, Medizin und Chemie erforderlich, die bei Alanta in der benötigten Qualität und Breite vorhanden ist."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2021 | 14:00 Uhr

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