Stand: 15.07.2019 21:48 Uhr

Übersehenes Denkmal macht Holstenquartier Probleme

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Die Schwankhalle ist etwa 50 Meter lang und 17 Meter breit und hat besondere Eisenträger.

Die aufwendig erstellte Planung für das Holstenquartier in Hamburg-Altona muss erneut überarbeitet werden: Das Denkmalschutzamt hat überraschend eine Brauerei-Halle unter Schutz gestellt. Dort sollen eigentlich ein Hotel und eine Straße entstehen.

Halle existiert seit 1911

Das Amt hatte übersehen, dass die Schwankhalle der Brauerei, in der Fässer gereinigt und mit Bier befüllt wurden, schon im Jahr 1911 gebaut wurde - und nicht wie bisher angenommen erst 1950. Außerdem überraschte die Erkenntnis, dass die Lkw-Halle über mehr als neun Meter lange, laut Denkmalschutzamt "besondere" Eisenbetonträger verfügt.

In unzähligen Runden hatten sich Investor, Bau- und Finanzbehörde, Bezirksamt und -politiker mühsam auf die Bebauung geeinigt - mit 1.400 Wohnungen samt Stadtteilhaus und Sporthalle. Im August oder September wollte man den Vertrag unterschreiben.

Substanz noch zu retten?

Hamburgs Kulturbehörde ist über den Zeitablauf nicht glücklich. "Alle Projektbeteiligten sind in einem engen Austausch und prüfen derzeit gemeinsam, ob es trotz der Unterschutzstellung in einem laufenden Planungsverfahren die Möglichkeit gibt, das Denkmal zu erhalten", sagte Sprecherin Anja Bornhöft. "Zudem wird mit einem Ingenieurgutachten untersucht, ob die Substanz des Gebäudes überhaupt noch für einen langfristigen Erhalt des Gebäudes ausreicht."

Der Investor SSN Development ist genauso wie der Bezirk Altona genervt. "Dass der Denkmalschutz nun die Planungen massiv torpediert, weil er plötzlich seine Meinung geändert hat, stößt alle Beteiligten vor den Kopf. Zumal der Sanierungsaufwand und die Kosten noch völlig unklar sind“, so Sprecher Thomas Fründt. Wie NDR 90,3 erfuhr, fordert der Investor einen Ausgleich, falls das Hotel entfällt. Denkbar wäre eine Aufstockung der Büros rund um die leerstehende Schwankhalle, für die es keine Nutzungsidee gibt.

Karte: Alter und neuer Standort der Holsten-Brauerei
Weitere Informationen

Neue Pläne für Hamburgs Holstenquartier

Nach langen Verhandlungen steht die Planung für das Holstenquartier. Der Investor "SSN Group" darf 1.400 Wohnungen bauen, dafür überlässt er der Stadt kostenlos Flächen für ein Stadtteilzentrum und eine Sporthalle. (16.05.2019) mehr

Holstenquartier: Offenbar Teileinigung

Der Bezirk Altona und der Investor haben über das Holstenquartier eine Teileinigung erzielt. Der Bezirk möchte ein größeres Stadtteilzentrum und würde im Gegenzug etwas mehr Wohnfläche ermöglichen. (18.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.07.2019 | 13:00 Uhr

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