Tschentscher fordert einheitliche Corona-Regeln

Stand: 28.03.2021 19:35 Uhr

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordert einheitliche Corona-Maßnahmen für ganz Deutschland. Die Corona-Fallzahlen sind zuletzt stark angestiegen.

"Wir brauchen einheitliche Regelungen zu Einzelhandel, Sport, Gastronomie, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen", so Tschentscher am Sonntag. "Je früher dies erfolgt, desto besser ist es für alle." Die Infektionsdynamik müsse abgebremst werden. Deutschland drohe in der letzten Phase der Pandemie und noch vor dem Erreichen eines ausreichenden Impfschutzes eine Überlastung des Gesundheitswesens.

Kommt die nächste Bund-Länder-Runde früher?

Die verschiedenen Regelungen in den Bundesländern nannte der Bürgermeister einen Flickenteppich. Dass seine Forderungen nach einem harten Lockdown auf Bundes- und Länderebene jetzt mehr Unterstützung findet, wollte er nicht kommentieren. Aber wenn alle die Regelungen verschärfen wollen, könnte das die Beratungen einer künftigen Ministerpräsidentenrunde erleichtern, heißt es aus dem Rathaus. Noch unklar ist, ob das für den 12. April geplante nächste Treffen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgezogen wird.

Hamburg liegt bei 148

Zuletzt lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit bei 129,7, wie aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervorgeht. Für Hamburg gab die Sozialbehörde einen Wert von 148,4 an.

Fegebank hält härteren Lockdown für möglich

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) hält einen schärferen Lockdown für möglich. Sie sei dafür, dass die Bund-Länder-Runde sehr viel früher als wie geplant erst am 12. April zusammenkomme, sagte sie am Sonntag im Hamburg Journal. Und dann gehe es darum, "auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse jetzt noch einmal Maßnahmen zu ergreifen und alles auszuschöpfen - und sei es ein kurzer, aber wirklich harter Lockdown."

Forderung nach Verschärfungen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich in mehreren Interviews für Ausgangssperren aus. Außerdem müssten Modellprojekte für Lockerungen gestoppt werden. Nachdem bereits Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagen hatte, das gesellschaftliche Leben zwei Wochen lang komplett herunterzufahren, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne): "Aus pandemischer Sicht wäre das am besten." Allerdings müsse man abwägen, ob es sinnvoll und machbar sei, alles zuzumachen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) forderte regionale Ausgangsbeschränkungen. "Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff", sagte er der "Bild am Sonntag". 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.03.2021 | 18:00 Uhr

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