Stand: 02.06.2020 20:51 Uhr

Tschentscher: "Wir brauchen alle an Bord"

Nachdem SPD und Grüne ihren Koalitionsvertrag vorgestellt haben, ist klar: Viele, nämlich ganze sechs, SPD-Politiker und -Politikerinnen bleiben im Amt. Und: Frauen sind mit vier von elf Senatorinnenposten deutlich unterrepräsentiert. Im Interview mit dem Hamburg Journal des NDR Fernsehens begründete Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) beides mit der Corona-Krise. Ressortverteilungen seien zwar wichtig, es gelte aber der Grundsatz, dass alles auf Grundlage des Koalitionsvertrages erfolge. Er wolle jetzt keine großen Wechsel vornehmen. "Wir sind in einer schweren Krise. Wir brauchen alle an Bord", sagte Tschentscher. In den vergangenen Jahren habe man "viele Staatssekretärspositionen mit Frauen besetzt", sagte er auf die Frage nach einer möglichen Anhebung des Frauenanteils.

"Guter Koalitionsvertrag"

Die Koalitionsverhandlungen seien anstrengend gewesen, sagte Tschentscher. "Wir haben gerungen um einen guten Koalitionsvertrag." So seien der SPD die großen Infrastrukturprojekte wichtig gewesen. Die Grünen hätten ihre Anliegen gehabt. Am Ende habe man aber beides gut zusammengebracht. "Herausgekommen ist ein Regierungsprogramm, das nicht für die eine oder andere Partei gut ist, sondern das den Anforderungen gerecht wird, die unsere Stadt vor sich hat."

Zusammenarbeit zwischen Behörden und Senat

Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Behörden und dem Senat sei das Erfolgsrezept der vergangenen fünf Jahre gewesen, meinte Tschentscher. "Und es ist auch das Erfolgsrezept für die kommende Legislaturperiode." Die SPD habe einen großen Verhandlungserfolg erzielt. "Wir haben einen guten Koalitionsvertrag. Ich freue mich, dass ich auf dieser Grundlage in den nächsten fünf Jahren als Bürgermeister für die SPD die Senatsarbeit leiten kann", so Tschentscher.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.06.2020 | 19:30 Uhr

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