Stand: 13.09.2018 13:07 Uhr

Tschentscher: Hamburg hält an Hapag-Lloyd fest

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"Es gibt für mich derzeit kein Argument, dass wir uns aus dieser Beteiligung lösen sollten", sagte Tschentscher.

Hamburg bleibt voraussichtlich noch länger bei der Großreederei Hapag-Lloyd als Anteilseigner beteiligt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte im Gespräch mit NDR 90,3, er sehe keinen Grund, die Anteile zu verkaufen.

Mehr als eine Milliarde Euro hat die Stadt für ihre Anteile an der Reederei bezahlt - nach Aussagen Tschentschers gut angelegtes Geld: "Wir sind noch mit 14 Prozent beteiligt. Und ich bin sehr froh, dass wir diese Ankerinvestoren-Funktion als Stadt Hamburg haben. Es gibt für mich derzeit kein Argument, dass wir uns aus dieser Beteiligung lösen sollten."

Scholz hatte Ausstieg in Aussicht gestellt

Tschentscher rückt damit von seinem Vorgänger Olaf Scholz ab. Dieser hatte für das Engagement der Stadt bei Hapag-Lloyd geworben - aber mit dem Satz "I want my money back" ("Ich will mein Geld zurück") auch den Ausstieg der Stadt in Aussicht gestellt.

Durch den Kauf habe die Stadt dafür gesorgt, dass Hapag-Lloyd dauerhaft als eigenständiges Unternehmen in Hamburg bleibe, sagte Tschentscher. "Die wirtschaftliche Aktivität und der Aktienkurs gehen in die richtige Richtung. Und deswegen steht jetzt gar keine Entscheidung darüber an, ob wir uns aus unserem Anteil wieder lösen." Hapag-Lloyd habe einen enormen Anteil daran, dass der Hamburger Hafen ausgelastet werde. Deshalb sei es auch auf lange Sicht wichtig, als Stadt beteiligt zu sein, so der Bürgermeister.

Reederei in den roten Zahlen

Nach dem Zusammenschluss mit der chilenischen Reederei CSAV und der arabischen UASC ist Hapag-Lloyd derzeit die viertgrößte Reederei weltweit. Sie war im ersten Halbjahr 2018 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust beim Konzernergebnis verdoppelte sich auf einen Fehlbetrag von mehr als 100 Millionen Euro.

Kritik an Tschntschers Aussagen kam von der Hamburger FDP. Ohne Not kehre er damit vom Kurs seines Vorgängers ab, sagte FDP-Fraktionschef Michael Kruse. Die Stadt zahlt laut Kruse jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag für die Kredite, mit denen die Hapag-Lloyd-Anteile bezahlt wurden.

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd am Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen. © dpa Foto: Angelika Warmuth

Made in Norddeutschland - Hapag-Lloyd

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd ist die viertgrößte Containerreederei der Welt. Wie sieht das Unternehmen von innen aus? Lohnt sich die Containerfahrt langfristig überhaupt noch?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.09.2018 | 13:00 Uhr

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