Stand: 10.11.2020 15:50 Uhr

Trotz Corona: Zahl der überschuldeten Hamburger gesunken

Eine Figur betrachtet Geldscheine. © picture-alliance/chromorange
Mehr als jeder zehnte Erwachsene in Hamburg hat demnach so viele Schulden, dass er sie eigentlich nicht mehr bedienen kann

In Hamburg sind trotz der Coronakrise nicht mehr Menschen überschuldet als zuvor. Das geht aus dem "Schuldneratlas 2020" hervor, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag vorgelegt hat. Mehr als jeder zehnte Erwachsene in Hamburg hat demnach so viele Schulden, dass er sie eigentlich nicht mehr bedienen kann. Die Quote ist im Vergleich zum vergangenen Jahr minimal gesunken.

Hamburg auf Platz zehn

Beim Ranking der einzelnen Bundesländer landet Hamburg aktuell auf Platz zehn. Am wenigsten Schulden haben Erwachsene in Bayern, Baden-Württemberg und in Thüringen. Schlusslichter mit den meisten Schuldnern sind Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen. In allen Bundesländern - mit Ausnahme des Saarlands - haben die privaten Haushalte im Schnitt Schulden abgebaut.

Nach Einschätzung von Creditreform haben die Deutschen im bisherigen Verlauf der Corona-Krise mehr gespart und weniger ausgegeben. Einen Grund zur Entwarnung sehen die Experten aber nicht. Bislang hätten die staatlichen Hilfen zwar die schlimmsten sozialen Folgen abgefedert. Ob das im jetzigen Teil-Lockdown auch gelingt, ist allerdings offen. Arbeitslosigkeit ist nach wie vor der häufigste Grund, warum Menschen die Schulden über den Kopf wachsen.

Effekt zeigt sich wohl später

In Deutschland hätten rund 700.000 Menschen zwischenzeitlich den Arbeitsplatz verloren, Millionen seien in Kurzarbeit und viele Freiberufler kämpften um ihre Existenz, warnte der Creditreform-Experte Patrik-Ludwig Hantzsch. Dies werde "zeitlich versetzt zu einem Anstieg der Überschuldungsfälle führen."

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Ein roter Buntstift liegt auf einem Papier mit Zahlen vor einem Taschenrechner. © fotolia.com Foto: Gina Sanders

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.11.2020 | 14:00 Uhr

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