Stand: 25.03.2020 17:45 Uhr  - NDR 90,3

Trotz Corona-Krise: Abiturprüfung finden in Hamburg statt

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Hamburgs Schulsenator Rabe begrüßt die Entscheidung der Kultusminister der Länder. (Archivfoto)

Ungeachtet der Corona-Krise werden die Schulabschlussprüfungen in Hamburg in diesem Jahr wie geplant stattfinden. "Unser Beschluss ist eindeutig: Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten Termin oder zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz mit den Kultusministern der Länder. Wie derzeit in Hessen könnten die Prüfungen auch dann stattfinden, wenn der offizielle Schulbetrieb ruht. "Eine Absage der Prüfungen zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht notwendig." Die ersten Abiprüfungen sollen in Hamburg Mitte April stattfinden.

Schleswig-Holsteins Vorstoß sorgte für Wirbel

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag zunächst eine Streichung der Abschlussprüfungen und die Vergabe einer Durchschnittsabiturnote angekündigt, den Vorstoß am Mittwoch aber wieder zurückgezogen.

Rabe hatte die Pläne als unvernünftigen Alleingang kritisiert. Mit dem Beschluss der Kultusminister hätten die Schüler jetzt größtmögliche Sicherheit, "soweit es die besondere Situation zulässt", sagte der Senator. Die Entscheidung liege auch im Interesse der betroffenen Abiturienten. "Es mag kurzfristig attraktiv scheinen, das Abiturzeugnis auch ohne Prüfungen zu bekommen. Langfristig bedeutet es aber für alle Schülerinnen und Schüler, dass sie jahrelang mit dem Makel leben, nur ein Abitur zweiter Klasse erreicht zu haben", meinte Rabe. Auch sei dessen vollumfängliche Anerkennung auch nicht zu garantieren.

Schwierige Bedingungen sollen berücksichtigt werden

Dennoch solle berücksichtigt werden, dass die Abiturprüfungen unter schwierigen Bedingungen stattfinden müssen. "So wollen wir viele Ausweich- und Nachschreibtermine anbieten, die den Schülerinnen und Schülern zusätzliche Möglichkeiten eröffnen", sagte Rabe. "Wir werden überdies mit den Lehrkräften vereinbaren, dass die übliche Vorbereitungszeit der Schülerinnen und Schüler für das Abitur verlängert und gut von den Lehrkräften begleitet wird." Die Pläne würden von seiner Behörde über das Wochenende erarbeitet und zu Wochenbeginn vorgestellt.

Schüler mit Online-Petition für Absage der Abiturprüfungen

Zwei Hamburger Schüler hatten zuvor angesichts der Corona-Pandemie eine Petition zur bundesweiten Absage der Abiturprüfungen gestartet. Stattdessen soll in diesem Jahr jeder Schüler deutschlandweit ein sogenanntes Durchschnittsabitur erhalten, heißt es darin. Die Petition hatten bis Mittwochnachmittag mehr als 107.000 Unterstützer unterzeichnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.03.2020 | 18:00 Uhr

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