Tische stehen mit Sicherheitsabstand zueinander in einem Klassenraum im Gymnasium Eppendorf. Daran sitzen Schüler vor ihrer schriftlichen Abiturprüfung. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

Trotz Corona: Bestes Abitur seit zehn Jahren in Hamburg

Stand: 25.06.2021 13:52 Uhr

Trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie haben Hamburgs Abiturientinnen und Abiturienten den besten Schulabschluss seit zehn Jahren hingelegt. Die 9.144 jungen Frauen und Männer des Abitur-Jahrgangs 2021 erzielten einen Notendurchschnitt von 2,27, wie die Schulbehörde am Freitag mitteilte.

In den vergangenen zehn Jahren habe der Notenschnitt zwischen 2,36 und 2,46 gelegen. Auch die schriftlichen Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss seien besser ausgefallen als im Jahr zuvor. "Sie können zu Recht stolz auf sich sein. Das waren keine einfachen Rahmenbedingungen", beglückwünschte Schulsenator Ties Rabe (SPD) die Schülerinnen und Schüler.

Fast 98 Prozent bestehen Abitur

Nach Angaben der Behörde haben in diesem Jahr 9.144 von 9.351 angetretenen Schülerinnen und Schülern das Abitur bestanden. Das entspreche einer Quote von 97,8 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 97,3 Prozent. Die durchschnittliche Abiturnote an Stadtteilschulen liege bei 2,43, an Gymnasien bei 2,16 und an den Beruflichen Gymnasien bei 2,45.

267 Mal die Bestnote 1,0

Bei den sehr guten Noten zwischen 1,0 und 1,5 liege der Anteil der jungen Frauen bei fast zwei Drittel. Bei den schwächeren Abinoten zwischen 3,0 und 3,8 dominierten die jungen Männer mit 57 Prozent. Die Bestnote 1,0 wurde 267 Mal vergeben, im Vorjahr war dies 193 Mal der Fall.

Hauptschulabschluss: Noch keine Ergebnisse

Bei den schriftlichen Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss, dem früheren Realschulabschluss, konnten sich die Jungen und Mädchen in den Fächern Mathematik und Englisch verbessern, im Fach Deutsch lagen sie etwas unter dem Vorjahresergebnis. Die Ergebnisse des Ersten Schulabschlusses, dem früheren Hauptschulabschluss, lägen aufgrund der besonderen Situation derzeit noch nicht vor.

Rabe: Vorbereitung offenbar besser als behauptet

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"Offensichtlich war die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler im Fernunterricht besser als behauptet", sagte Rabe. Zudem habe sich ausgezahlt, dass die Vorbereitungszeit sowie die Klausurzeit verlängert und die Themen genauer bekannt gegeben worden seien. "Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass es während der Prüfungen kaum Freizeitangebote und Ablenkungsmöglichkeiten gab."

Nur 658 Abschulungen

Erfreulich sei auch, dass die Zahl jener Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium am Ende von Klasse 6 aufgrund schlechter Noten verlassen mussten, erneut gefallen sei. "Waren es in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 837 und 1.050, sind es diesmal nur 658", sagte Rabe.

Panne bei Bio-Abi untersucht

Mehr Klarheit gibt es nun auch über die Panne bei der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Biologie. Fehlerhafte Grafiken hatten für Probleme gesorgt. Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe nannte unter anderem Personalnot und dadurch ausgelösten zeitlicher Druck als Ursache. Für das nächste Abitur will die Schulbehörde daraus Konsequenzen ziehen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 25.06.2021 | 19:30 Uhr

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