Stand: 19.04.2020 20:24 Uhr

Training zu Hause statt Olympia

Die Ruder-Brüder Torben und Eric Johannesen. © NDR Foto: NDR
Kein Training im Freien: Die Ruder-Brüder Torben und Eric Johannesen.

An einen Spaziergang zu zweit kann sich Hamburgs erfolgreichstes Sport-Bruderpaar gar nicht mehr erinnern. Torben Johannesen hatte Olympia-Gold mit dem Deutschland-Achter fest im Blick. Sein älterer Bruder Eric ist mittlerweile als Trainer im Bundeskader tätig.

Ruderclub bleibt vorerst geschlossen

Beide wollen eher heute als morgen wieder auf's Wasser, aber auch ihr Ruderclub an der Alster bleibt bis mindestens Ende April geschlossen: "Wir haben jeder einen Ruderergometer bekommen, das steht jetzt zu Hause bei mir in der Wohnung. Und dann habe ich das Glück, dass ich auch eine Fahrradrolle habe, da kann ich mein Rennrad drauf einspannen", sagt Torben.

Schweißtreibende Arbeit auf engsten Raum

Jeden Tag trainiert Torben zwei Stunden auf dem Ergometer. Seine Freundin sucht dann meist das Weite. Torben will fit bleiben, bereit sein, wenn es wieder losgeht. Der 25-Jährige war schon Weltmeister, Europameister, drei Mal Hamburger Sportler des Jahres. Was fehlt ist Gold bei den Olympischen Spielen, dass Tokio 2020 ausfällt war ein harter Schlag für ihn. "Ich war am Boden, muss ich ganz ehrlich sagen. Und ich war auch einfach fertig, wusste nicht genau, was ich jetzt mache. Weil man einfach auch traurig darüber war, dass diese Entscheidung einem weggenommen worden ist, dass man am 31. Juli um eine Goldmedaille fahren kann", sagt Torben über die Olympia-Absage.

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Ruderer Torben Johannesen trainiert in seiner Wohnung. © NDR Foto: NDR
Training auf engem Raum: Torben Johannesen rudert zu Hause.

Eric Johannesen hat schon olympisches Gold geholt, 2012 in London: "Man darf sein Ziel nicht aus den Augen verlieren und das hat Torben auch glaube ich nicht. Sein Ziel ist ganz klar, in Tokio erfolgreich an den Start zu gehen. Und das ist ihm dann glaube ich auch egal, ob das 2021 oder 2022 oder wann auch immer ist", sagt Eric.

Unverständliche Sondergenehmigungen

Die Brüder sind intensiven Kontakt mit anderen Hamburger Topathleten - auch aus anderen Sportarten, alle können zur Zeit nicht richtig trainieren. "Das ist ja bei uns auch die Frage: Wann können wir wieder auf die Alster? Wann können wir rudern gehen? Und da ist dann auch noch die Frage: Warum gibt es Sondergenehmigungen für manche Sportarten wie Fußball? Und warum gibt es die nicht für uns? Wo ist da der Unterschied?"

Die Hoffnung bleibt

Auf diese Frage hat er bislang keine wirklich gute Antwort gehört. Torben hofft dass er im Mai wieder auf die Alster kann, denn sein Traum vom Olympia-Gold lebt natürlich weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.04.2020 | 19:30 Uhr

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