Stand: 14.02.2020 16:24 Uhr  - NDR 90,3

Tierversuchslabor in Neugraben muss schließen

Das umstrittene Tierversuchslabor in Neugraben muss schließen. Die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat der Firma Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) die Betriebserlaubnis mit sofortiger Wirkung entzogen.

Behörde schließt Tierversuchslabor in Neugraben

Hamburg Journal -

Die Gesundheitsbehörde hat dem Tierversuchslabor LPT in Neugraben die Genehmigung zur Tierhaltung entzogen. Im Oktober hatten Tierschützer Misshandlungen in dem Labor aufgedeckt.

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Auch Labor in Mienenbüttel ohne Betriebsgenehmigung

Nach sorgfältiger Prüfung sei die tierschutzrechtliche Zuverlässigkeit des Betreibers aufgrund schwerwiegender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie weiterer Verstöße gegen Dokumentations- und Genehmigungspflichten nicht mehr gegeben, erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Dabei beruft sich die Gesundheitsbehörde auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Stade und des Landkreises Harburg bei Ermittlungen am LPT-Standort im niedersächsischen Mienenbüttel. Dieser hat bereits seit rund einem Monat keine Betriebsgenehmigung mehr.

LPT habe jetzt drei Wochen Zeit alle Versuchstiere an geeignete Stellen abzugeben. In Neugraben seien das überwiegend Mäuse und Ratten.

"Überfällige Notwendigkeit"

Die Hamburger Parteien begrüßten die Schließung des Tierversuchslabors. SPD und CDU sprachen von einem guten Ergebnis für den Tierschutz. Vertreter von Grünen und Linken bezeichneten den Schritt als überfällig. "Der Entzug der Tierhaltungserlaubnis für das Hamburger Labor ist eine überfällige Notwendigkeit und nach der Schließung des Labors in Mienenbüttel auch der einzig logische Schritt", sagte etwa die Tierschutzexpertin der Hamburger Grünen-Fraktion Christiane Blömeke. Die Politikerin erwartet, dass die Schließung zweier LPT-Standorte nun auch Auswirkungen auf den verbleibenden Standort in Schleswig-Holstein habe.

Zehntausende waren bei Demonstrationen

Die Firma war in den vergangenen Monaten stark in die Kritik geraten, nachdem Aktivistinnen und Aktivisten des Vereins "Soko Tierschutz" Videos mit nicht vorschriftsmäßig gehaltenen Hunden und Affen veröffentlich hatten. Zehntausende Menschen waren daraufhin zu Demonstrationen auf die Straße gegangen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2020 | 16:00 Uhr

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