Stand: 10.07.2020 11:08 Uhr

Thering kritisiert Aus für Karstadt- und Kaufhof-Filialen

Der Hamburger CDU-Fraktionsvorsitzende Dennis Thering hat das Aus für die Karstadt- und Kaufhof-Filialen in Wandsbek, Bergedorf, in der Innenstadt und im Alstertal Einkaufszentrum scharf kritisiert. Im Sommerinterview bei NDR 90,3 sagte Thering, der Investor trage eine soziale Verantwortung für die Beschäftigten: "Es kann nicht sein, dass der Karstadt-Investor gleichzeitig das Milliarden-Projekt Elbtower finanziert, während Hunderte Beschäftigte auf die Straße gesetzt werden." Die Stadt sei dem Investor hier sehr entgegengekommen bei den Genehmigungen. "Für mich sieht eine soziale Verantwortung anders aus und die müssen wir als Stadt auch einfordern."

VIDEO: Sommerinterview mit Dennis Thering (11 Min)

Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen "eine gute Idee"

Thering sprach sich für eine Wiedereinführung des Ordnungsdienstes in den Hamburger Bezirken aus. Die Abschaffung durch die SPD sei ein Fehler gewesen, das zeige sich unter anderem bei großen abendlichen Menschenansammlungen etwa im Schanzenviertel, die es trotz der Corona-Regeln gab. Darüber hinaus sei ein generelles Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen eine gute Idee. "Jeder der etwas trinken möchte, könnte sich auch reinsetzen. Die Getränke bräuchte er sich dann nicht am Kiosk zu holen“, sagte Thering. Die "Corner-Partys" seien völlig inakzeptabel. Auch das Thema Rote Flora müsse angegangen werden mit einem neuen Konzept. Dort könnte "zum Beispiel ein Kulturzentrum entstehen, das für alle zugänglich ist."

Um die CDU nach dem 11,2-Prozent-Debakel bei der Bürgerschaftswahl wieder aus dem Tief zu führen, setze er auf mehr Bürgerkontakte. "Mein Ansatz heißt: Raus aus dem Rathaus, rein in die Stadtteile, um als Kümmerer wahrgenommen zu werden. Wir haben fünf Jahre Zeit."

Dennis Thering (CDU) zu Gast bei NDR 90,3 Sommerinterview. © NDR Foto: Fabian Möller

AUDIO: Thering im Sommerinterview bei NDR 90,3 (18 Min)

"Starre Frauenquote bringt nichts"

Thering sprach sich gegen eine Frauenquote in der CDU aus. "Auch viele Frauen halten nichts von einer starren Quote. Bei 26 Prozent Frauenanteil in der CDU eine 50-Prozent-Frauenquote einzuführen ist nicht das, was wir brauchen." Er setze darauf, die Vereinbarkeit von Politik und Familie zu verbessern. "Eine starre Quote hat bisher noch niemandem etwas gebracht und sie wird auch nicht mehrheitsfähig sein."

Und wen sollte die CDU ins Rennen um die Merkel-Nachfolge schicken? "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Markus Söder, der sich in der Corona-Krise gut profiliert hat, Kanzlerkandidat wird", sagte Thering. Für den Bundesvorsitz der Partei favorisiere er eine Dreierspitze mit Söder, Friedrich Merz und Jens Spahn.

Weitere Informationen
Ein Mikrofon im Studio von NDR 90,3.  Foto: Larissa Gumgowski

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.07.2020 | 09:00 Uhr

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