Stand: 21.10.2019 15:51 Uhr

Terror-Anschläge geplant? Drei Iraker vor Gericht

Sie sollen einen islamistischen Anschlag vorbereitet haben, bei dem sie offenbar viele Menschen umbringen wollten: Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg hat am Montag der Prozess gegen drei Iraker mit der Verlesung der Anklage begonnen.

2015 nach Dithmarschen gekommen

Die beiden mutmaßlichen Haupttäter sind Cousins, beide 23 Jahre alt. Die Kurden waren 2015 als Flüchtlinge nach Meldorf im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) gekommen. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass sie sich erst in Deutschland radikalisiert hatten. Sie sollen sich im Internet Propagandavideos des sogenannten Islamischen Staates angesehen und immer mehr mit der Terrororganisation sympathisiert haben.

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Kochtopf und Schwarzpulver: Chronologie der Ermittlungen

Drei Iraker müssen sich von heute an vor Gericht verantworten, weil sie einen Terror-Anschlag vorbereitet haben sollen. Bis zur Festnahme lebten sie in Dithmarschen. (21.10.2019) mehr

Schusswaffe für "möglichst große Opferzahl"

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Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher (l., mit Kapuze) sind Cousins, der dritte Angeklagte (r.) sollte eine Waffe besorgen.

Im November haben sie dann damit begonnen, einen Anschlag vorzubereiten, heißt es in der Anklage. Demnach experimentierten sie mit einem selbstgebastelten Sprengsatz und versuchten, sich über den dritten Angeklagten, einen 36-Jährigen, eine Schusswaffe zu besorgen - "um eine möglichst große Anzahl von Menschen nichtmuslimischen Glaubens zu töten oder zu verletzen". Das angebotene Modell sei dem Mittelsmann dann aber zu teuer gewesen. Die Männer sollen auch Fahrunterricht genommen haben, um das Attentat auch mit dem Auto begehen zu können.

Haftstrafe von vier bis fünf Jahren droht

Die Angeklagten äußerten sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Die Strafkammer des Oberlandesgerichtes deutete an, dass den Cousins Gefängnisstrafen zwischen viereinhalb und fünf Jahren drohen. Sie waren Ende Januar in Schleswig-Holstein festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zehn weitere Verhandlungstage bis zum 6. Dezember terminiert.

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Ende Januar hatte die Polizei drei terrorverdächtige Iraker in Dithmarschen festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie eine Bombe mit einem Kochtopf und Nägeln bauen wollten. (08.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.10.2019 | 17:00 Uhr

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