Stand: 13.12.2018 07:29 Uhr

Teilhabechancengesetz: 800 Jobs für Hamburg?

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"Das macht etwas mit dem Selbstwertgefühl der Menschen." Dirk Heyden vom Jobcenter Hamburg lobt die Möglichkeiten des neuen Gesetzes.

Wie können Menschen, die jahrelang ohne Job sind wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden? Als Antwort auf diese komplexe Frage hat der Bundestag Anfang November das sogenannte Teilhabechancengesetz beschlossen, das ab Januar gelten soll. Am Freitag ist es Thema im Bundesrat.

Es geht um "echte Jobs"

Der Chef des Hamburger Jobcenters, Dirk Heyden, rechnet mit mindestens 800 neuen Stellen für Langzeitarbeitslose in Hamburg im kommenden Jahr. Allerdings fallen auch fast genauso viele der bisherigen Stellen weg - die zwei neuen Paragrafen ersetzen nämlich einen Flickenteppich bisheriger Programme. Vorteil der neuen Förderung: Es geht um "echte Jobs" mit branchenüblichen Löhnen.

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Fragen und Antworten zum Teilhabechancengesetz

Was ist neu und wie werden Teilnehmer ausgesucht? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen Teilhabechancengesetz. extern

Staat zahlt fünf Jahre lang

Bisher waren geförderte Stellen an Bedingungen wie "Wettbewerbsneutralität" und "öffentliches Interesse" geknüpft, wodurch fast nur soziale Projekte als Arbeitgeber in Frage kamen. Künftig zahlt der Staat allen Arbeitgebern, die Langzeitarbeitslose einstellen, bis zu fünf Jahre lang einen Großteil der Lohnkosten - wenn das Gesetz den Bundesrat passiert. Außerdem gibt es Geld für Schulungen und ein begleitendes Coaching.

"Eine neue Zeitrechnung"

Heyden spricht von einer neuen Zeitrechnung im sozialen Arbeitsmarkt. "Man arbeitet mit echten Kollegen in einem echten Betrieb mit einem echten Arbeitsvertrag und das macht etwas mit dem Selbstwertgefühl der Menschen, weil sie ein Tarifgehalt erzielen und in einem normalen Betrieb beschäftigt sind und nicht in einer besonderen Form öffentlich geförderter Beschäftigung unterwegs sind."

Einige soziale Projekte haben ein Problem

Verlierer der Reform sind möglicherweise freie Träger, die auf eine hundertprozentige Förderung ihrer Stellen angewiesen sind und sich die neue Förderung schlicht nicht leisten können. "Wenn die hundertprozentige Bezuschussung auf Dauer nicht gewährleistet ist, könnte es sein, dass Projekte wie Stadtteil-Cafés in benachteiligten Stadtteilen wegfallen“, sagte Carola Ensslen von den Hamburger Linken. Wie auch der Sozialverband Deutschland fordert sie deshalb, dass die Stadt die bisherigen Beschäftigungsträger, wenn nötig, bezuschusst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.12.2018 | 07:00 Uhr

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