Stand: 24.01.2018 15:06 Uhr

Tausende Metaller demonstrieren in Hamburg

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In Hamburg gingen Tausende Metaller auf die Straße, um für mehr Geld und flexiblere Arbeitszeiten zu demonstrieren.

Zehntausende Metallarbeiter haben am Mittwoch an Demonstrationen der IG Metall teilgenommen. Die Gewerkschaft hatte vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde am Donnerstag in ganz Norddeutschland zu einem Aktionstag aufgerufen. Laut IG Metall Küste nahmen insgesamt 43.700 Arbeitnehmer aus 150 Betrieben an den Aktionen teil. Die größte Demonstration gab es in Hamburg. Hier zogen 4.500 Teilnehmer in drei Demonstrationszügen auf den Spielbudenplatz im Stadtteil St. Pauli. Dort fand die zentrale Kundgebung statt. "Hamburger Nächte sind nicht billig - deshalb Anhebung der Schichtzuschläge" und "Küstenweit streikbereit" stand auf Transparenten und Plakaten, die in der Demonstration mitgeführt wurden.

Drei große Demonstrationszüge

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Laut durch den Alten Elbtunnel: Auch dort äußerten die Metaller ihre Protest lautstark.

Ein Demonstrationszug startete am Rathausmarkt, der zweite beim Rathaus Altona und der dritte zog von Blohm+Voss durch den Alten Elbtunnel nach St. Pauli. Zu den Unternehmen, die vom Warnstreik betroffen waren, gehören Airbus, Still, Jungheinrich, Mercedes-Benz, Siemens und Philips. Wie der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli sagte, sei dies die letzte Gelegenheit für die Arbeitgeber, ein Signal zu setzen, dass am Verhandlungstisch ein faires Ergebnis erzielt werden könne. Gebe es kein deutlich besseres Angebot, dann provoziere die Arbeitgeberseite die nächste Eskalationsstufe.

IG-Metall-Chef gibt sich kämpferisch

Im Gespräch mit NDR 90,3 ergänzte Hofmann, es gebe eine hohe Motivation der Beschäftigten in dieser Tarifrunde, die Metaller seien bereit zu kämpfen. Die Gewerkschaft wolle ihre "Kampfmaßnahmen in den Betrieben verstärken". Möglich sei auch ein 24 Stunden dauernder Warnstreik, bei dem Betriebe in ganz Deutschland lahmgelegt werden könnten.

Vierte Verhandlungsrunde in Hamburg

Am Donnerstag findet in Hamburg die vierte Verhandlungsrunde für die 140.000 Beschäftigten der Branche statt. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde eine Entgelterhöhung von sechs Prozent und einen Anspruch auf die zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche, teilweise mit Lohnausgleich. Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat zwei Prozent mehr Geld angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Die Arbeitszeitforderungen der Gewerkschaft lehnen die Arbeitgeber ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.01.2018 | 15:00 Uhr

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