Stand: 03.03.2019 18:14 Uhr  - NDR 90,3

Tarifabschluss soll auch für Beamte gelten

Zwei Wochen lang hatten die Gewerkschaften in Hamburg im Tarifstreit des öffentlichen Diensts mit Warnstreiks Druck gemacht. Nach der Tarifeinigung in der Nacht zu Sonntag sind weitere Ausstände jetzt vom Tisch. Die etwa 30.000 Hamburger Angestellten der Stadt sollen bis 2021 acht Prozent mehr Lohn bekommen, mindestens aber 240 Euro mehr.

Auch die 40.000 Beamten sollen profitieren

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kündigte gegenüber NDR 90,3 an, dass der Tarifabschluss in Hamburg auch für die etwa 40.000 Beamten in der Stadt übernommen werde. Im ersten Schritt sollen die Tarifbeschäftigten rückwirkend ab Januar 3,2 Prozent mehr Geld bekommen - und das gelte dann auch für Beamte, sagte Dressel.

"Finanziell ist das in der Tat jetzt eine große Herausforderung. Wir gehen von Gesamtkosten von 420 Millionen Euro über die gesamte Laufzeit aus. Davon haben wir einen erheblichen Anteil im Haushalt veranschlagt." Gegenüber der bisherigen Planung bedeute dies Mehrkosten von rund 180 Millionen Euro. Jetzt werde man sich an die Umsetzung machen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei es auch wichtig, dass im öffentlichen Dienst gute Löhne gezahlt würden. "Wenn es uns hilft in der Nachwuchsgewinnung, dann ist das eine gute Investition in den öffentlichen Dienst unserer Stadt", sagte der Finanzsenator.

Ver.di: "Hervorragendes Ergebnis"

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"Wir haben unter anderem für die unteren Einkommen einen richtig großen Schritt erzielt", sagte Ver.di-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß.

Hamburgs Ver.di-Tarifkoordinatorin Sieglinde Frieß nannte das Ergebnis des Tarifstreits "hervorragend". "Wir haben unter anderem für die unteren Einkommen einen richtig großen Schritt erzielt." Auch die soziale Arbeit werde durch den Beschluss gestärkt.

Im April soll die Tarifeinigung offiziell unterzeichnet werden. Vorher müssen noch die Gewerkschafts-Mitglieder zustimmen. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich in der dritten Tarifrunde für die gut 800.000 Angestellten der Länder außer Hessen auf eine dreistufige Anhebung der Löhne geeinigt.

In diesem Jahr sollen die Gehälter, rückwirkend zum 1. Januar, in einem Gesamtvolumen von 3,2 Prozent steigen, mindestens aber um 100 Euro. 2020 ist eine Erhöhung um weitere 3,2 Prozent vereinbart, mindestens aber 90 Euro. Und zum 1. Januar 2021 gibt es nochmals 1,4 Prozent oder mindestens 50 Euro mehr. Pflegekräfte erhalten darüber hinaus ein Plus von 120 Euro monatlich. Und Auszubildende bekommen zum 1. Januar 2019 und 2020 jeweils 50 Euro mehr. Von den Anhebungen profitieren nach den Worten von Ver.di-Chef Frank Bsirske insbesondere jene, die untere und mittlere Einkommen haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.03.2019 | 06:00 Uhr

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