Suchthilfe in Hamburg: Alkohol bleibt das größte Problem

Stand: 04.10.2021 19:44 Uhr

Im Jahr 2020 haben über 15.000 Menschen in Hamburg Hilfe wegen einer Suchtproblematik gesucht - die meisten von ihnen wegen eines Alkoholproblems.

Das steht im jährlichen Bericht des Vereins Hamburger Basisdatendokumentation (BADO), in dem sich die freien Träger der Sucht- und Drogenhilfe in Hamburg und die Sozialbehörde zusammengeschlossen haben. Demnach war in 30 Prozent der Fälle Alkohol der Hauptgrund, sich Hilfe zu suchen. An zweiter Stelle stehen Opioide mit 24 Prozent, an dritter Stelle Cannabis (19 Prozent). Unter den Frauen beträgt der Anteil mit Alkoholproblemen 39 Prozent, unter den Männern 27 Prozent.

Hilfsangebote trotz Corona aufrecht erhalten

Trotz der Pandemie konnten die Suchthilfeeinrichtungen ihre Angebote 2020 weitgehend aufrecht erhalten - auch mit virtuellen Gesprächen. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr ging die Nachfrage zwar stark zurück, kurzfristig um bis zu 27 Prozent (April 2020). Insgesamt suchten aber 15.016 Personen Hilfe - nur etwa 400 Menschen weniger als 2019. Vor allem Männer haben sich beraten lassen, ihr Anteil lag unverändert bei zwei Dritteln.

Oft andere Probleme neben der Sucht

Besonders auffällig: Jede vierte Person gibt an in prekären Wohnverhältnissen zu leben, 2019 waren es noch 22 Prozent. Und immer mehr Suchterkrankte sind auch arbeitslos.

Positiv ist laut dem Bericht die Erfolgsquote bei den Hilfsangeboten: Mehr als die Hälfte der Alkoholabhängigen schafft es zum Beispiel, weniger zu trinken oder ganz aufzuhören.

Jan Möller im Studio von NDR 90,3 © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Jahresbericht zur Suchthilfe in Hamburg veröffentlicht (1 Min)
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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.10.2020 | 19:30 Uhr

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