Stand: 10.02.2020 11:34 Uhr  - NDR 90,3

Sturm "Sabine": Rund 300 Feuerwehreinsätze

Sturmtief "Sabine" ist am Sonntagabend mit kräftigen Windstößen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch Hamburg gefegt. Die Feuerwehr musste rund 300 Mal zu wetterbedingten Einsätzen ausrücken. In Blankenese stürzte eine Kastanie auf ein Einfamilienhaus. Das Dach und zwei Wände seien eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auch in Lurup stürzte ein Baum auf ein Gebäude. Laut Feuerwehr wurde jedoch niemand verletzt. Wegen des Sturmtiefs wurde die Köhlbrandbrücke vorübergehend gesperrt. Nach Mitternacht beruhigte sich die Lage. Laut Vorhersage des Deutsche Wetterdienstes ist allerdings auch heute noch mit Sturmböen zu rechnen. Am Abend könnte Hochwasser den Fischmarkt im Hafen überfluten.

Bahnen rollen wieder

Die Deutsche Bahn begann gegen 10 Uhr, den Fernverkehr nach und nach wieder aufzunehmen. Bald sollen die Züge in weiten Teilen Deutschlands wieder fahren, wie ein Bahnsprecher sagte. Es könnten aber noch Fahrten ausfallen, weil Fahrzeuge oder Personal nicht am richtigen Ort seien. Weil umgestürzte Bäume den Zugverkehr behinderten, war der Fernverkehr am Sonntagabend bundesweit eingestellt worden. Auch die Metronom-Züge fahren wieder, allerdings sind sie mit verminderter Geschwindigkeit unterwegs, sodass es zu Verspätungen kommen kann.

U- und S-Bahnen fahren nach Plan

Bereits am Montagmorgen gab es keine Einschränkungen mehr im Hamburger U- und S-Bahnverkehr. Am Sonntag hatte Sturm "Sabine" noch für erhebliche Einschränkungen gesorgt. Eine U-Bahn fuhr an der Hammer Kirche in einen auf die Gleise gestürzten Baum. Die 65 Fahrgäste blieben unverletzt. Der Triebwagen habe sich in dem Baum verkeilt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Wegen umgekippter Bäumen oder hinabgefallenen Ästen gab es immer wieder Sperrungen auf den U-Bahnlinien 1, 2 und 4.

Auch auf den Straßen gab es am Montagmorgen keinen größeren wetterbedingten Behinderungen. Aktuelle Meldungen finden Sie im NDR Verkehrsstudio.

Dutzende Flüge gestrichen

Am Hamburger Flughafen sind die Auswirkungen von "Sabine" heute noch spürbar. Nach Angaben einer Sprecherin wurden 42 Ankünfte und 47 Abflüge gestrichen. Bereits am Sonntag waren mehr als 50 Verbindungen gecancelt worden - vor allem Inlandsflüge von Lufthansa und Eurowings. Eurowings teilte mit, dass die Airline ihre sämtlichen Flüge von den Flughäfen Hamburg, Berlin, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Stuttgart für die Dauer des Sturms absagt. Fluggästen wurde geraten, sich online nach dem Status ihrer Verbindungen zu erkundigen und sich gegebenenfalls mit den Airlines direkt in Verbindung zu setzen.

Warnung vor Betreten der Wälder

Die Hamburger Verkehrsbehörde warnte vor dem Betreten der Wälder. Die Auswirkungen des Sturms seien noch nicht abschätzbar, hieß es. Die Mitarbeiter der Forstverwaltung konnten die Schäden bislang nicht begutachten, weil sie sich aus Arbeitsschutzgründen nicht länger in den Wälder aufhalten dürften. Die von Bäumen ausgehenden Gefahren seien für Laien nicht immer erkennbar. Mancher Baum sei im Sturm gerade noch stehen geblieben, könne nun aber auch bei leichtem Wind umkippen. Aus den Kronen könnten immer wieder Äste fallen. Die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf, die am Sonntag geschlossen wurden, wurden derweil wieder geöffnet.

Weitere Informationen
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Sturmböen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde: Sturmtief "Sabine" hat sich über Deutschland ausgebreitet. Die Entwicklung im Liveblog von tagesschau.de. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.02.2020 | 12:00 Uhr

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