Stand: 14.03.2019 21:40 Uhr

Streik: 50 Flugstreichungen am Hamburger Flughafen

Nach dem Streik am Hamburger Flughafen kam es ab Freitagmorgen nicht mehr zu Ausfällen. Am Donnerstag war es zu Einschränkungen im Flugbetrieb gekommen. Etwa 150 Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste traten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di dort in den Warnstreik. Es kam zu Flugausfällen, zu längeren Wartezeiten und Verzögerungen, das große Chaos blieb aber aus. Aktuelle Informationen zu Abflügen und Ankünften finden Sie im NDR Text.

Mehr als 50 Flugstreichungen

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An den Schaltern mussten sich Fluggäste teilweise lange gedulden. Zum großen Chaos kam es aber nicht.

Ver.di hatte die Beschäftigten des Bodenpersonals dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Dadurch kam es am Donnerstag zu mehr als 50 Flugstreichungen. Nach Angaben des Flughafens waren von Mittag bis Betriebsschluss 251 Flüge mit etwa 30.000 Passagieren geplant. Betroffen von den Flugstreichungen waren Ziele wie Porto in Portugal und die spanischen Flughäfen Palma de Mallorca und Las Palmas. Auch einige Flüge nach Düsseldorf, Köln oder Stuttgart wurden gestrichen.

Kundgebung in der Innenstadt

Die Streikenden versammelten sich am Nachmittag am Gänsemarkt in der Hamburger Innenstadt. Dort wollte ver.di noch einmal Druck auf die Stadt Hamburg machen - den Mehrheitseigner des Hamburger Flughafens. Sie hätten damit klar gemacht, dass sie vom städtischen Flughafen und seinen Tochterfirmen und der Hamburger Politik erwarteten, "endlich eine Einigung im Tarifkonflikt voran zu treiben", sagte eine ver.di-Sprecherin. Man bedauere sehr, dass Reisende betroffen seien, insbesondere in der Hamburger Ferienzeit. Aber es gebe von der Gegenseite kein Entgegenkommen.

Flughafen: "Streik ist verantwortungslos"

Flughafensprecherin Katja Bromm wies das zurück. Man habe zuletzt sieben Prozent mehr Lohn angeboten. "Der Streik von ver.di ist vollkommen verantwortungslos, denn er wird wieder auf dem Rücken der unschuldigen Passagiere ausgetragen", so Bromm. Sie riet Passagieren am Donnerstag möglichst nur mit Handgepäck zu reisen.

Erst am Dienstag hatten ver.di und die Arbeitgeber außerplanmäßig miteinander verhandelt, aber Stillschweigen über etwaige Ergebnisse vereinbart. Ver.di wollte mit dem Streik nach fünf Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis beendet wurden, den Druck erhöhen. Am 4. Februar hatte ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt.

Gewerkschaft fordert zwölf Euro Stundenlohn

Durch den Warnstreik erst ab dem Mittag wollte man die Auswirkungen auf Urlauber aber begrenzen, so die Gewerkschaft. Ver.di verhandelt für 1.000 Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer und fordert unter anderem den Mindestlohn von zwölf Euro, den Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für städtische Angestellte angekündigt hat. Der Flughafen gehört zu 51 Prozent der Stadt. Notfalls müsse die Stadt auf einen Teil ihrer Gewinne am Flughafen verzichten, hieß es bei ver.di.

Arbeitgeber wollen nicht mehr zahlen

Die Arbeitgeber beteuerten dagegen, dass sie der Gewerkschaft schon sehr weit entgegengekommen seien. "Wir sind in den Verhandlungen deutlich auf ver.di zugegangen - auch die zwölf Euro sind im Angebot enthalten", sagte Christian Noack, Geschäftsführer der HAM Ground Handling am Mittwochabend. Wenn man noch mehr zahlen müsse, dann rechne sich das Geschäft mit den Bodenverkehrsdiensten nicht mehr. Die Geschäftsführung von HAM Ground Handling drohte damit, den gesamten Zweig zu verkaufen - wie es auch schon andere Flughäfen getan hätten.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen nach fünf ergebnislosen Tarifrunden und einem Sondergespräch am 20. März wieder verhandeln.

Kommentar

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.03.2019 | 17:00 Uhr

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