Stand: 07.07.2020 14:29 Uhr  - NDR 90,3

Stickoxide am Hafen: Nabu warnt vor schlechter Luft

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Acht Messstationen des NABU sammeln entlang der Elbe am Hamburger Hafen Daten.

Der Naturschutzbund Nabu warnt vor erheblichen Stickoxidbelastungen durch Schiffsverkehr am nördlichen Rand des Hamburger Hafens. Zwar werde der gesetzlich in der EU zulässige Jahresmittelwert dort nach Nabu-Messungen nicht überschritten, sagte der Leiter für Umweltpolitik, Malte Siegert, am Dienstag bei der Präsentation der Messergebnisse. Dies sei aber kein Grund für eine Entwarnung. "Die Belastungen sind punktuell gewaltig und in der Summe unserer Einschätzung nach gesundheitlich für die Anwohner und Anwohnerinnen besorgniserregend." Vor allem am Pinnasberg seien Abgaswolken zu verzeichnen.

Nabu: "Extrem hohe Einzelbelastungen"

Der Nabu gehe davon aus, dass die "extrem hohen Einzelbelastungen" fast immer auf Schiffsdurchfahrten zurückzuführen sind. Siegert forderte die Stadt auf, selbst mehr Messdaten zu erheben und die Anwohnenden über die Belastungen zu informieren. "Die Stadt weiß eigentlich, was sie tun muss. Aber sie verzögert das seit vielen Jahren." Der Nabu fordert, im kommenden Jahr nicht durch Cruise Days und Hafengeburtstag noch mehr Belastungen der Luft zu erzeugen.

Messwerte ohne rechtliche Folgen

Der Nabu hatte Anfang April vergangenen Jahres ein eigenes Messnetz für die Luftqualität am Hafenrand in Betrieb genommen, um die Lücken des städtischen Messnetzes im Bereich der Norderelbe zu schließen und die Umwelt- und Gesundheitsgefährdung durch Schiffe und Hafen besser einschätzen zu können. Acht Sensoren entlang der Elbe zwischen der Hafencity und Teufelsbrück messen die Belastung der Luft mit sieben verschiedenen Schadstoffen, darunter Feinstaub und Stickoxid. Sie sehen aus wie ein kleiner Standventilator und kosten rund 1.000 Euro. Da es sich nicht um amtliche Messstationen handelt, haben die ermittelten Messwerte keine rechtlichen Folgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2019 | 13:00 Uhr

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